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Universitätsklinikum RegensburgNeues Katheterverfahren bei Lungenembolien

Als erstes Krankenhaus außerhalb der USA setzt das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) bei der Behandlung von Lungenembolien auf ein neuartiges Katheterverfahren.

Chirurgie
Xixinxing/stock.adobe.com

Symbolfoto

Mit Hilfe eines neuartigen Katheterverfahrens aus den USA behandelt das Universitätsklinikum Regensburg Lungenembolien: Der Impuls für die Innovation geht auf einen Fall am UKR zurück, bei dem einem Patienten aufgrund seiner Herzschwäche ein Defibrillator implantiert werden sollte. Während des Eingriffs stellten die Ärzte eine Lungenembolie fest. Im Normalfall würde der Patient bei einer Lungenembolie ins CT zur Diagnosesicherung gebracht und bei dieser Dramatik mit einer Lysetherapie, also mit starken Blutverdünnern, versorgt werden, berichtet der behandelnde Arzt Professor Dr. Samuel Sossalla. In diesem Fall blieb die eingeleitete Therapie jedoch erfolglos. Sossalla entschied sich für ein Verfahren, bei dem mittels eines speziellen Katheters das Blutgerinsel in der Lunge abgesaugt wurde.

Dieses Verfahren war zum damaligen Zeitpunkt erst einmal durchgeführt worden und kam zuletzt überhaupt nur in den USA zur Anwendung. Durch den Einsatz dieses innovativen Katheterverfahrens konnte der Patient überleben und nach angemessener Zeit das Krankenhaus gesund verlassen.

Das Universitätsklinikum Regensburg war das erste Krankenhaus außerhalb der USA, das dieses System eingesetzt hat. Am UKR werden schwerstkranke und schwerstverletzte Patienten behandelt. Viele davon benötigen eine ECMO-Therapie (extrakorporale Membranoxygenierung), wobei die Funktion von Lunge und gegebenenfalls Herz vorübergehend von einer Maschine übernommen wird. Gerade bei Patienten, die diese hochkomplexe Versorgung aufgrund einer Lungenembolie benötigen, sind aufgrund der hohen Blutungsgefahr Therapien mit Blutverdünnern schwierig. Die Katheterlösung wäre daher vor allem für diese Patienten eine wertvolle Alternative, führt Sossalla weiter aus.

In der Praxis hat sich dies am UKR bereits bewährt. Inzwischen wird auch Patienten, die ECMO-pflichtig sind, durch das neuartige Kathetersystem geholfen.

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