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WeltpremiereNeues Herzklappen-Reparatursystem an der Universitätsmedizin Mainz

An der Universitätsmedizin Mainz feiert ein neues Herzklappen-Reparatursystem seine Weltpremiere. Für die operative Behandlung von fünf Patienten wurde erstmals das „Pascal Ace Implant System“ der neuesten Generation eingesetzt.

Pascal Ace Herzklappen-Reparatursystem
Universitätsmedizin Mainz / Markus Schmidt

Weltweit erster kommerzieller Pascal Ace-Einsatz am Menschen im Hybrid OP der Universitätsmedizin Mainz.

Das Leistungsspektrum der Universitätsmedizin Mainz und ihres Zentrums für Kardiologie beinhaltet seit Kurzem eine ganz neue Option für kathetergestützte Klappenrekonstruktionen: das „Pascal Ace Implant System“. Es eignet sich insbesondere für komplexe Fälle von Erkrankungen der Mitral- oder der Trikuspidalklappe.

Beide Klappenerkrankungen sind häufig nur mit Medikamenten (in der Regel mit Entwässerungstabletten) behandelbar, lassen sich aber selten heilen. Um die Klappen mit herzchirurgischen Methoden reparieren zu können, bedarf es eines Verfahrens, das sowohl die Eingriffsrisiken als auch die hohe Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens des Herzfehlers zu verringern vermag. Darüber hinaus braucht es erfahrene und geschickte Operateure, denn operative Eingriffe an der Mitralklappe und besonders solche an der Trikuspidalklappe sind technisch sehr anspruchsvoll. Mit dem neuartigen Klappen-Reparatursystem und der Expertise der Kardiologen der Universitätsmedizin Mainz sind nun beide Voraussetzungen für die erfolgreiche operative Behandlung von Mitral- oder Trikuspidalklappenfehlern erfüllt.

Minimalinvasive Behandlung von Herzklappenfehlern

Dr. von Ralph-Stephan von Bardeleben, Leiter der Interventionellen Herzklappentherapie und Implanteur des neuen Systems kommentiert: „Das neue System erlaubt durch ein neues Design eine deutlich bessere Beweglichkeit im Bereich des Halteapparates der Klappen und somit eine noch gezieltere Reparatur von Undichtigkeiten der Mitral- und Trikuspidalklappe.“

Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie an der Universitätsmedizin Mainz, ergänzt: „Die Interventionelle Herzklappentherapie in Mainz hat mittlerweile ein rasantes Tempo aufgenommen. Sie bietet den großen Vorteil, dass nahezu alle Herzklappenfehler (Verengungen und Undichtigkeiten) minimalinvasiv behandelt werden können. Die gleichzeitige Etablierung der neuen Versorgungsstruktur, der Herzklappeneinheit oder Heart Valve Unit, ermöglicht es uns, auch über siebzigjährige Patientinnen und Patienten bereits zwei bis drei Tagen nach der Implantation der neuen Herzklappen nach Hause entlassen zu können.“

Hintergrund zur Undichtigkeit von Mitral- und Trikuspidalklappe

Erkrankungen der Mitralklappe und der benachbarten Trikuspidalklappe können dazu führen, dass die Klappen nicht richtig schließen und somit undicht sind. Infolge dessen fließt das Blut aus den jeweiligen Herzkammern in den entsprechenden Vorhof zurück, was wiederum vielfältige Symptome verursachen kann – von einer Herzvergrößerung über starke Wasseransammlungen in der Lunge oder den Beinen bis hin zu Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Es sind europaweit vier bis acht Prozent der über 75-Jährigen von Undichtigkeiten der Mitral- und Trikuspidalklappe betroffen und 25 bis 30 Prozent dieser Patienten von einer manifesten symptomatischen Herzschwäche.

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