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MR-Linearbeschleuniger

Strahlentherapie der neuesten Generation

Anfang September wurde an der Universitätsklinik für Radioonkologie in Tübingen mit der Installation des ersten 1.5 Tesla MR-Linearbeschleunigers Deutschlands begonnen. Das neuartige Großgerät steigert die Präzision bei der Strahlentherapie von Tumoren – und schont das gesunde Gewebe. Anfang 2018 sollen die ersten Patienten behandelt werden.

Strahlentherapie Uniklinik Tübingen

Uniklinik Tübingen, Elekta, Philips

Der MR-Linearbeschleuniger ermöglicht eine bessere Tumorbekämpfung bei weniger Nebenwirkungen für den Patienten.

Eine völlig neue Technologie eröffnet einzigarte Chancen zur Verbesserung der Strahlentherapie von Tumoren. Durch die Integration eines 1.5 Tesla Magnetresonanztomografen (MRT) mit einem Bestrahlungsgerät (Linearbeschleuniger, Linac) wird es möglich, während der Bestrahlung den Tumor und die angrenzenden Normalgewebe erstmals in Echtzeit mit der hohen Qualität der Magnetresonanztomografie sichtbar zu machen. Damit kann der Behandlungsstrahl präzise auf den Tumor fokussiert werden und gleichzeitig gesundes Gewebe schonen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert im Rahmen einer Großgeräteinitiative zur MR-geführten Strahlentherapie die Anschaffung zweier neuartiger Geräte und deren klinische Evaluation in Deutschland. In der international begutachteten kompetitiven Ausschreibung haben sich die Universitätsklinika Heidelberg und Tübingen durchgesetzt. Der Tübinger Ansatz besteht im Kern in der Integration von höherer anatomischer Präzision mit der biologischen Individualisierung. Die Radioonkologische Universitätsklinik in Tübingen wird weltweit zu den ersten klinischen Anwendern der MR-geführten Strahlentherapie der neuesten Generation gehören.

Behandlungen starten Anfang 2018

Die geplanten Behandlungen, die Anfang 2018 beginnen sollen, werden durch ein Team von Ärzten und Medizinphysikern mit einem umfangreichen Programm wissenschaftlich begleitet, um herauszuarbeiten, welche Patienten am meisten von der neuen Technologie profitieren. Die Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen unterstützen dieses ehrgeizige Vorhaben.

Die Strahlentherapie ist ein fester Bestandteil der interdisziplinären Krebsmedizin und wird bei jedem zweiten Krebspatienten eingesetzt. Ziel der Bestrahlung ist die effektive Tumorvernichtung bei gleichzeitiger Vermeidung von Nebenwirkungen. Dies gelingt schon heute bei vielen Patienten, unter anderem durch die bildgestützte Bestrahlungsplanung und Strahlführung. Sie erfolgt bislang unter Nutzung einer speziellen Art von Computertomografie (CT) bzw. Röntgengeräten, die am Linac montiert sind. Damit lassen sich sehr gut Tumoren beispielsweise in der Lunge oder im Knochen sichtbar machen und der Therapiestrahl kann dann präzise auf den Tumor gelenkt werden. Für viele andere Erkrankungen, z.B. Tumoren im Becken, ist dagegen der Weichteilkontrast der Röntgenstrahlung nicht ausreichend, um den Tumor vor und während der Bestrahlungssitzung mit hoher Präzision von gesundem Gewebe abzugrenzen.

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in kma Ausgabe 11/17 oder digital auf der Thieme Zeitschriftenplattform Thieme Connect.

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  • Strahlentherapie
  • MR-Linearbeschleuniger
  • Universitätsklinikum Tübingen

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