Georg Thieme Verlag KG
kma Online

Messevirtual.Medica fokussiert Digital Health

Die Medica wird in diesem Jahr zur virtual.Medica. Vom 16. bis 19. November 2020 findet das Programm pandemiebedingt komplett virtuell statt. Im Fokus stehen aktuelle Digital-Health-Trends.

Medica 2018
Messe Düsseldorf/ctillmann

Das Messegelände der Medica 2018.

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung im Gesundheitsbereich einen nachhaltigen Schub verpasst. Ärzte können Patienten jetzt leichter Videosprechstunden anbieten, Begrenzungsregelungen hinsichtlich Fallzahlen und Leistungsmengen wurden hierzulande aufgehoben. Anbieter von Digital-Health-Lösungen haben schnell mit zahlreichen, vielfach kostenlosen Probeangeboten für entsprechende Software-Tools reagiert.

Startups bringen sich in Stellung als kreative Partner der Medizintechnik-Industrie bei der Entwicklung digitaler Lösungen. Telehealth-Applikationen, Big-Data-Analysen oder auch Künstliche Intelligenz (KI) im medizinischen Einsatz gelten als potenzialstark und stehen besonders im Fokus des Programms der virtual.Medica - zum Beispiel in der Conference Area, in den englischsprachigen Sessions beim Medica Connected Healthcare Forum und dem Medica Health IT Forum.

Healthcare Innovation World Cup

Das Medica Connected Healthcare Forum geht am Start-Tag (16. November) direkt in die Vollen mit dem Finale des 12. Healthcare Innovation World Cup. Hier werden ab 14 Uhr die Top 12 der Start-ups für das "Internet-of-Medical-Things" vorgestellt. Mit dabei ist etwa „PKvitality“ aus Frankreich. Sie haben eine Uhr entwickelt, mit der Nutzer ihren Blutzuckerspiegel diskret überwachen können. Eine Trendanzeige und Verlaufsgrafiken helfen, die Blutzuckerkontrolle zu verbessern.

Am Handgelenk wird auch der Überwachungssensor für chronische Krankheiten der deutschen Firma Mindpax getragen. Der Aktivitätssensor ist Teil eines leichten, wasserdichten Armbandes. Die Daten werden über Bluetooth an die App „Mindpax.me“ übertragen. Von der mobilen Anwendung werden die Daten per Internet an eine sichere Datenbank für Aktivitäts- und Schlafklassifizierung gesendet. Diese personalisierte Plattform kombiniert das Monitoring der biomedizinischen Daten mit Selbstberichten - und unterstützt Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie bipolarer Störung oder Schizophrenie.

Start-up Competition

Ein weiteres spannendes Format bietet das Medica Connected Healthcare Forum mit der 9. Medica Start-up Competition (17. November, ab 14 Uhr) und Innovationen der Gründerszene zu Gesundheits-Apps, Diagnostik, Robotik oder auch KI für den Healthcare-Bereich. Unter den zahlreichen Competition-Bewerbungen sind etwa im Segment Health Apps Mediquo aus Spanien anzuführen mit einem professionellen Tool für die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten oder GenuSport mit einer spielerischen Knie-Rehabilitation.

Im Bereich Diagnostik bietet beispielsweise Higo aus Polen Tools, mit denen man Kinder untersuchen kann und die Daten für die Diagnose zum Arzt schickt. Künstliche Intelligenz setzt unterdessen EverCot AI aus Deutschland ein, um Gehirnveränderungen, Schlaganfall, Alzheimer, Gliom und Parkinson telemedizinisch zu erfassen. Und H Robotics aus Korea hat (im Segment der Robotik) ein Gerät entwickelt, das sich für Übungen mit Handgelenk, Ellbogen, Knöchel, Knie zur Rehabilitation zuhause einsetzen lässt.

Covid-19 - Redefining Connected Health

Prof. Dirk Brockmann, Humboldt-Universität Berlin, tritt am Mittwoch (18. November) in der Session "COVID19 - Redefining Connected Health" ab 14 Uhr im Rahmen der „Conference Area“ der virtual.Medica auf. Er hat die Corona-Datenspende-App des Robert-Koch-Instituts initiiert, die übrigens auch in den virtuellen Sessions der Medica Medicine + Sports Conference 2020 diskutiert wird. Die Datenspende-App sammelt auf freiwilliger Basis Daten von Wearables wie Fitness-Bändern und soll dem Robert Koch-Institut helfen, die Ausbreitung der Infektionen einzuschätzen. So könnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuelle epidemiologische Lage besser bewerten und als Frühwarnsystem nutzen.

In der gleichen Session am Mittwoch werden Lösungen zur Temperaturmessung durch Dr. Holger Hendrichs von greenTEG vorgestellt. Die Körperkerntemperatur ist ein wichtiger Vitalparameter, um den Gesundheitszustand einer Person zu bestimmen. greenTEG bietet einen einzigartigen Körperkerntemperatursensor für kontinuierliche und nicht-invasive Messungen an. Dieser kann zum Beispiel (integriert in ein Wearable) zu Zwecken des Monitorings eingesetzt werden - bei pflegebedürftigen Menschen oder gegebenenfalls auch vor dem Hintergrund von Covid-19 als eine Art "Frühwarnsystem" bei Mitarbeitern von Unternehmen.

Mittels klinisch validierten Wearables lässt sich eine große Anzahl kardio-respiratorischer Signale erfassen, unter anderem: Atemvolumen und -frequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes, Herzfrequenz, Lungengeräusche und Körperkerntemperatur. Damit können diese Wearables den Ärzten helfen, Patienten aus der Ferne zu betreuen und zu diagnostizieren, sei es bei Schlafapnoe, pulmonaler Hypertonie oder schwerem akuten respiratorischen Syndrom. Dave Hughes von Novosound wird über eine entsprechende Lösung mit tragbaren Ultraschallsensoren referieren, die in der Lungendiagnose und im Heilungsmanagement zum Einsatz kommt.

Digitale Anwendungen für alle

Weiter geht´s mit Startups und ihren Neuheiten beim Medica Connected Healthcare Forum auch am Schlusstag (19. November). Unter dem Label Medica Disrupt stellen dann zahlreiche Entwicklerteams ihre Innovationen vor. So wird Laszlo Bax von Braingaze in einer Session (ab 15:40 Uhr) erläutern, wie digitale Biomarker die Früherkennung von kognitiven Störungen ermöglichen. Inwieweit sich mittels KI Gehirnerkrankungen früh erkennen, schildert wiederum Dr. Roland Amba Assamvon von Evercot AI.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!