Nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt

Berliner Krankenhäuser im Härtetest

Das Drama auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche hat auch in Krankenhäusern der Hauptstadt für eine Ausnahmesituation gesorgt. Rund 50 teilweise schwer Verletzte mussten versorgt werden. An allen drei bettenführenden Standorten der Charité wurde am Montagabend Katastrophenalarm ausgelöst.

Die Charité hat insgesamt 13 Patienten an ihren drei Standorten aufgenommen, teilte die Uniklinik mit. Acht Patienten wurden demnach mit schweren Verletzungen eingeliefert, und zwei von ihnen seien verstorben. Die anderen werden intensivmedizinisch betreut, so die Klinik. Zwei Patienten haben den Angaben zufolge mittelschwere, drei Patienten leichte Verletzungen. Für die Opfer und Angehörigen sei eine psychologische Betreuung eingerichtet worden, teilte die Klinik mit. Zum Schutz des Standorts in Mitte seien Polizisten beordert worden, berichtet der „Tagesspiegel“ auf seiner Internetseite. Auch das Bundeswehrkrankenhaus habe in der Nacht zum Dienstag alle Einsatzkräfte ins Haus beordert. Damit sei deutlich, dass für die Bundesbehörden der Ernstfall eingetreten sei.

Am späten Abend hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärt, die Charité sei darauf eingestellt, viele Verletzte aufzunehmen. Ein Sprecher der Feuerwehr, die in Berlin auch für Krankentransporte zuständig ist, sagte am Montagabend, etwa 45 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Die übrigen der insgesamt laut Polizei etwa 50 Verletzten seien "eher seelisch verletzt".

Viele Freiwillige in Charlottenburger Kliniken

Auch in den DRK-Kliniken Westend werden nach Klinikangaben sechs Verletzte behandelt, einer davon ist schwer verletzt. Im Berliner Stadtteil Charlottenburg war man auf eine größere Lage vorbereitet, hieß es gegenüber kma. Nach der Alarmierung waren auch zahlreiche Freiwillige zum Dienst erschienen. Als gegen 23 Uhr allerdings klar war, dass nicht mehr Verletzte eingeliefert werden würden, entschied die Klinikleitung, die Mitarbeiter nach Hause zu schicken.

Für die Teams der Charlottenburger Schlosspark-Klinik galt in der Nacht ebenfalls Katastrophenalarm, doch blieb die Lage ruhiger als befürchtet. Fünf Patienten wurden eingeliefert, zwei konnten nach Informationen einer Sprecherin relativ schnell wieder entlassen werden. Derzeit sind noch drei Verletzte in der Klinik, einer davon ist schwer verletzt.

Im Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) werden bislang keine Patienten behandelt. Es könnte allerdings sein, dass in den nächsten Tagen, noch Schwerverletzte nach Marzahn verlegt werden, heißt es beim ukb.

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