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Vorwurf [Aktualisierung]

Akute Patientengefährdung durch Personalmangel in der Pflege

Die Mitarbeiter der Intensivstation des Diakonie-Klinikums in Stuttgart erheben schwere Vorwürfe: Die Patientensicherheit sei durch akuten Personalmangel gefährdet.

Krankenhausflur

Fotolia (spotmatikphoto)

Ein akuter Personalmangel macht dem Diakonie-Klinikum Stuttgart zu schaffen.

„Stressbedingt falsche Medikamentengabe“, „Patienten werden unzureichend versorgt“: Insgesamt 120 solcher Überlastungsanzeigen, die Pflegekräfte der Intensivstation verfasst haben, liegen dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ vor. Auch in Briefen schildern Pflegekräfte des Klinikums Situationen, in denen sich der Zustand von Patienten durch eine verzögerte Behandlung massiv verschlechtert habe. Als Grund hierfür wird ein akuter Personalmangel angegeben.

In einem Interview mit dem SWR erklärte der ärztliche Direktor der Diakonie, Rainer Meierhenrich, dass es momentan Probleme geben würde, freie Stellen zu besetzen. Allerdings bestritt er, dass durch den Personalmangel eine Gefährdung der Patienten vorgelegen habe.

Das Diakonie-Klinikum in Stuttgart ist mit derartigen Problemen nicht alleine. Noch drei weitere Kliniken haben gegenüber dem SWR angegeben, dass es aufgrund von Personalmangel schon zu gravierender Patientengefährdung gekommen sei.

Klinikum widerspricht der Darstellung

Das Diakonie-Klinikum Stuttgart kritisierte die einseitige Berichterstattung der Reportagesendung. In einer offiziellen Stellungnahme vom 5. Dezember versicherte die Klinik, dass alle aufgenommenen Patienten zu jeder Zeit sicher versorgt und immer alle medizinisch notwendigen Maßnahmen durchgeführt worden seien.

Zur Lösung des Personalmangels seien außerdem in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Maßnahmen eingeführt worden, sodass der Personalschlüssel von 1:2 in den meisten Fällen – Ausnahmen waren kurzfristige Krankheitsfälle der Mitarbeitenden – sichergestellt gewesen sei. Weiterhin versicherte das Klinikum, dass unbesetzte Stellen der schwierigen Arbeitsmarktsituation geschuldet seien und wirtschaftliche Erwägungen zu keiner Zeit eine Rolle gespielt hätten.

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