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PflegewissenschaftDGP kritisiert Schließung der Pflege-Fakultät der PTHV

Der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) droht die Schließung. Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) kritisiert die Schließungspläne.

Krankenpflege
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Die Pflegewissenschaftliche Fakultät der PTHV ist ein wichtiger Pfeiler universitärer pflegewissenschaftlicher Ausbildung. Nun plant die Provinzleitung der Pallottiner die Schließung der ersten und bisher einzigen pflegewissenschaftlichen Fakultät Deutschlands. Neben dem Bachelor Pflegeexpertise und den Masterstudiengängen Pflegewissenschaft und Community Health Nursing, bietet die Fakultät den für die Zukunft der pflegerischen Ausbildung wichtigen Studiengang Lehramt Pflege an Berufsbildenden Schulen sowie eines der wenigen pflegebezogenen Promotionsprogramme an.

Der sofortige Aufnahmestopp für die akademische Ausbildung von Pflegeexpertinnen und -experten sei ein schwerer Schlag für den allenthalben geforderten Aufbau der Akademisierung in der Pflegepraxis, teilt der DGP in einer Stellungnahme mit. Die Schließung des Promotionsprogramms verstärke zusätzlich den Mangel an potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten für die in Zukunft dringend benötigten Forscherinnen und Forscher sowie Professuren im Bereich der Pflege. Auch gehe mit der Schließung der Fakultät einer der wenigen Standorte universitärer Pflegeforschung verloren.

Pflegewissenschaft als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Laut der Pallotiner Gesellschaft sei eine Schließung notwendig, da die Pflegewissenschaft „keine Zukunft“ habe. Die Akademisierung der Pflege habe sich, anders als im internationalen Kontext, in Deutschland nicht etabliert und mit Pflegestudiengängen könnten keine Gebühren erzielt werden. Die DGP kritisiert diese Argumentation, denn die akademische Ausbildung von Pflegenden sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit der Pflegewissenschaft Gebühren generieren zu wollen, sei fragwürdig.

Die Schließung der Pflegewissenschaftlichen Fakultät erfolge zu einer Zeit, in der Pflegewissenschaft und akademisch fundierte pflegerische Versorgung so notwendig seien wie nie. So waren Pflegewissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der PTHV federführend bei der Entwicklung von Leitlinien zur Sicherstellung von sozialer Teilhabe und Partizipation in stationären und ambulanten Versorgungsarrangements in Zeiten der Covid-19 Pandemie beteiligt.

Fördermittel bestätigen Zukunftsfähigkeit der Disziplin

Zukunftsfähigkeit könne auch dem Masterstudiengang Community Health Nursing an der PTHV bescheinigt werden, der erst kürzlich mithilfe einer finanziellen Förderung durch die Robert Bosch Stiftung und der Agnes Karll Gesellschaft etabliert wurde.

Auch für den Nachwuchs der Pflegewissenschaft sei die Schließung ein dramatisches Zeichen. Mit der Stilllegung der Pflegewissenschaftlichen Fakultät werde ein wichtiger Standort für die akademische Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses eliminiert. Durch den Wegfall des einzigartigen Promotionsangebotes (Dr. rer. cur.) werde die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses nachhaltig gebremst.

Die DGP fordert daher die Beteiligten auf, die Entscheidung zu überdenken. Auch die Politik sei aufgefordert auf eine Revidierung der Entscheidung hinzuwirken.

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