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Ratgeber

Kostendeckung in der ambulanten Pflege

Aktuell ist ein Problem dringender und wichtiger denn je: Wie lassen sich gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten und wie kommt man bei Bedarf zu neuem Personal? Eine grundlegende Bedingung dafür ist eine leistungsgerechte und tarifliche Bezahlung.

Krankenpfleger mit Patient im Rollstuhl

Foto: Fotolia (Kzenon)

Krankenpfleger mit Patient im Rollstuhl

Noch immer gibt es viele Pflegedienste, die über Jahre hinweg - bei stetig steigenden Kosten - dieselben Vergütungen erhalten. Oft liegt das nur daran, dass ambulante Dienste es nicht gewohnt sind, die Pflegesätze individuell zu verhandeln.

Eine differenzierte Kostenrechnung und eine Kostenkalkulation oder -prognose bildet die Grundlage für erfolgreiche Vergütungsverhandlungen. Qualifizierte Steuerberater und Steuerberaterinnen nutzen dazu eine Kostenstellenrechnung. Wirtschaftlichkeitsberechnungen und qualifizierte betriebswirtschaftliche Auswertungen stellen dabei die wichtigsten Grundlagen für die Gruppen-, Kollektiv- oder Verbands- und Landesverhandlungen dar.

Aufgrund § 9 Absatz 1 der Pflegebuchführungsverordnung (PBV) sind Pflegedienste mit bis zu sechs Vollzeitkräften, teilstationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Kurzzeitpflege mit bis zu acht Pflegeplätzen und vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit bis zu 20 Pflegeplätzen von den Vorschriften der PBV befreit. Weitere können nach Absatz 2 auf Antrag befreit werden. Die wegen dieser Vorschriften befreiten Pflegedienste und -einrichtungen haben aber nach § 9 Absatz 3 der PBV eine vereinfachte Einnahmen- und Ausgabenrechnung zu führen, die den Grundsätzen der ordnungsmäßigen Buchführung und mindestens den Rechenschaftspflichten des § 259 Abs. 1 des BGB entspricht. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine Betriebstrennung nach § 71 (im siebten Kapitel des SGB XI) umzusetzen ist. Die Pflegeeinrichtungen sind lediglich hinsichtlich der besonderen Bilanzierungsvorschriften der PBV befreit.

Vergütung der Ambulanten Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen

Die Pflegesätze sowie Fahrtkosten werden in Höhe der Sachleistungen nach § 41 SGB XI von der jeweiligen Pflegekasse übernommen. Unterkunft und Verpflegungskosten sind vom Pflegebedürftigen oder dem Sozialhilfeträger zu zahlen und können aus dem monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro beglichen werden. In den meisten Bundesländern werden keine weiteren Kosten von den Ländern gefördert, so dass auch hier der Pflegebedürftige die Kosten privat zu tragen hat. Die Höhe der gesonderten Berechnung dieses "Investitionskostenanteils" an die Pflegebedürftigen bedarf der Genehmigung der Landesbehörde oder Anzeige bei der zuständigen Landesbehörde.

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