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BayernMordanklage gegen Pfleger in München erhoben

Im Herbst 2020 sorgte die Festnahme eines Pflegers in München für Schlagzeilen. Der Verdacht: Er soll während seiner Tätigkeit an einem Krankenhaus versucht haben, Patienten das Leben zu nehmen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage erhoben.

Justizia
helmutvogler/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Staatsanwaltschaft hat einen Krankenpfleger aus einer Münchner Klinik wegen wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in sechs Fällen angeklagt. Das teile eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Anklage sei bereits Anfang August zum Schwurgericht am Landgericht München I erhoben worden. Auch stehen Vorwürfe wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls im Raum. Die beiden Todesopfer waren laut Staatsanwaltschaft 80 und 89 Jahre alt.

Der Fall erregte im November 2020 erstmals öffentliche Aufmerksamkeit. Damals teilten die Behörden mit, dass sie in drei Fällen wegen des Verdachts auf versuchten Mord ermitteln. Die Staatsanwaltschaft warf dem bei seiner Festnahme 24-Jährigen vor, drei Patienten im Alter von damals 54, 90 und 91 Jahren aus reiner Geltungssucht mit Medikamenten in Lebensgefahr gebracht zu haben, um sich dann bei ihrer Rettung hervorzutun. Darauf weisen Chatprotokolle hin, wie die Staatsanwaltschaft damals erklärte.

Verdacht der Verabreichung einer Medikamenten-Überdosis

Aufgefallen war der Pfleger, weil sich der Zustand von zwei Patienten plötzlich und unerklärlich verschlechtert hatte. Dies ließ einen Oberarzt am Klinikum rechts der Isar stutzig werden. Interne Ermittlungen ergaben Hinweise auf einen ähnlichen Fall, bei dem auch der Beschuldigte Dienst hatte. Deie Vermutung: Der Pfleger spritzte den Patienten eine Überdosis eines Medikaments, das ihnen nicht verabreicht werden sollte. Spuren dieser nicht verordneten Medikamente wurden im Blut der Patienten gefunden. Die Klinik erstattete Anzeige gegen den Pfleger, er bestritt die Vorwürfe bei seiner Festnahme.

Der ausgebildete Altenpfleger aus Nordrhein-Westfalen war seit Juli 2020 über eine Zeitarbeitsfirma in die Klinik gekommen und dort vor allem auf der sogenannten Wachstation im Einsatz, einer Zwischenstation zwischen Intensiv- und normaler Station, auf der Kranke rund um die Uhr betreut wurden.

Im Klinikum rechts der Isar, dem mutmaßlichen Tatort, wollte sich Anfang des Jahres niemand zu dem Fall äußern. „Nach Absprache mit den Ermittlungsbehörden informieren ausschließlich diese über den Fall. Wir kooperieren aufs Engste mit den Behörden“, sagte eine Sprecherin. Auch zu der Frage, ob Sicherheitsvorkehrungen in der Klinik verschärft wurden, machte die Sprecherin keine Angaben.

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