Pflege 4.0

Roboter in der Pflege bald unverzichtbar?

Was hauptsächlich durch Science-Fiction-Filme bekannt ist, könnte bald zum Alltag in deutschen Krankenhäusern gehören: Roboter als Helfer, Pfleger oder sogar Assistenzärzte.

Künstliche Intelligenz

Foto: Fotolia (freshidea)

Langfristiges Ziel des Einsatzes von Robotik in der Gesundheitsbranche ist die Verbesserung des Arbeitsalltags von Pflegekräften und der Patientenversorgung. So arbeiten Wissenschaftler bereits an dem Einsatz von Robotern in der Gesundheitsbranche. Vor allem Japan treibt aufgrund des hohen Drucks durch den demografischen Wandel den digitalen Trend voran. Die steigende Zahl älterer Menschen ist auch im deutschsprachigen Raum deutlich spürbar: Laut einer Studie der Bertelsmannstiftung fehlen im Jahr 2030 ungefähr 500 000 Pflegekräfte in Deutschland.

Dem Pflegenotstand wird entgegengewirkt

Neuartige Technologien wie smarte Sensorik und künstliche Intelligenz ermöglichen es, Roboter in Infrastrukturen der Gesundheitswirtschaft einzubinden. Vernetzte Strukturen, also die zentrale Speicherung und die mobile Abrufbarkeit von Daten, erlauben es Robotern, jederzeit auf Informationen über Patienten, Dienstpläne oder Übergabelisten zuzugreifen – so wird Krankenhaus- und Pflegepersonal bei der täglichen Arbeit unterstützt. Langfristiges und wichtigstes Ziel beim Einsatz von smarten Helfern ist jedoch die Entlastung von Pflege- und Krankenhauspersonal bei Routineaufgaben.

Ähnliche Aufgaben wie in der industriellen Lagerlogistik finden sich in der Medikamentenverwaltung in Krankenhäusern – Roboter könnten in diesem Bereich bestimmte Tätigkeiten übernehmen. Bereits getestet werden auch weitere Helfer für den Krankenhausalltag: Intelligente Pflegewagen, die den Medikamentenverbrauch dokumentieren sowie Transportroboter, die beispielsweise große Wäschesäcke entsorgen und nächtliche Patrouillenfahrten übernehmen.

Mehr Zeit für Patienten

Roboter sollen Fachkräfte entlasten, indem sie etwa Kontrollgänge übernehmen, den Patiententransport selbstständig durchführen oder langfristig gesehen als Assistenzarzt fungieren – sie schaffen so mehr Zeit für den persönlichen Kontakt zwischen Pflegepersonal und Pflegebedürftigen. Die Branche wird ohne Roboter bald nicht mehr auskommen, der Gewinn für Institutionen und die enorme zeitliche und physische Entlastung von Pflegekräften sind unverzichtbar.

  • Schlagwörter:
  • Roboter
  • Digitalisierung
  • Techniklotsen
  • Karsten Glied

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren