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Unimedizin EssenPflegepersonal soll bei der Verbesserung mitgestalten

Die Universitätsmedizin Essen hat 200 Pflegefachpersonen zur aktuellen und zukünftigen Situation ihres Berufs befragt. Auf Basis der Ergebnisse werden nun in verschiedenen Workshops mit den Mitarbeitenden Maßnahmen zur Verbesserung erarbeitet.

Workshop
Fotogestoeber/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Universitätsmedizin Essen hat gemeinsam mit dem Institut für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement (IZZ) sowie der „opta data“-Gruppe die Studie „WeCare4us“ erstellt, in der insgesamt 200 Beschäftigte der Pflege verschiedener Altersgruppen, Positionen und Stationen in qualitativen Interviews befragt wurden. Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, wie das Pflegepersonal der aktuellen Situation ihres Berufs gegenübersteht und wie sie in die Zukunft schauen. 

Der größte Kritikpunkt war für 67 Prozent der Befragten der Personal- und der daraus resultierende Zeitmangel, sowie das fehlende Verständnis und die fehlende Wertschätzung für den Beruf. Das beginne bereits klinikintern bei anderen Berufsgruppen wie zum Beispiel der Ärzteschaft, ziehe sich aber auch durch bis in das in der Gesellschaft und den Medien vorherrschende Berufsbild.

Bei der Digitalisierung waren die Meinungen zwiegespalten. Es werde zwar bei technologischen Entwicklungen, wie beispielsweise der elektronischen Patientenakte,durchaus das Potenzial gesehen, den Arbeitsalltag spürbar zu entlasten, jedoch seien Digitalisierungsprojekte während der Start- und Umsetzungsphase häufig mit erhöhtem Aufwand verbunden. Außerdem fordern junge Pflegefachpersonen zunehmend mehr berufliche Perspektiven und Aufstiegschancen sowie eine bessere Work-Life-Balance.

Die Pflege will und soll mitgestalten

Prof. Thomas Druyen, Studienleiter, Direktor des IZZ und Präsident der „opta data“-Zukunfts-Stiftung, betonte auch eine positive Beobachtung aus der Studie: Die Liebe zum Beruf bliebe trotz der hohen Belastung und der Krisenlage, mit der die Pflege kämpfe, erkennbar. Zudem zeigten viele Befragte einen großen Willen, ihren Beruf zu retten und präsentierten dazu in den Interviews auch konkrete Ideen. 

Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen, lobte ebenfalls den Willen der Mitarbeitenden zur Mitgestaltung. Das Personal hätte ein enormes Wissen und eine große Expertise. Das müsse genutzt werden, indem die Mitarbeitenden noch intensiver in die Prozesse einbezogen werden. Besonders bei der Umsetzung der Digitalsierungsprojekte sieht er großes Potenzial.

Auf Basis der Studie sollen nun Workshops zu den Themenbereichen „Gesundheit und Zeitmanagement“ sowie „Kommunikation und Wertschätzung“ folgen. Darin sollen gemeinsam konkrete Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet werden. Teilnehmen können alle Mitarbeitenden der Pflege.

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