Bundestag beschließt Bonus nur für Altenpflege
Die Sonderprämie für Pflegekräfte war eine Initiative Schleswig-Holsteins. Nun hat sie der Bundestag beschlossen. Mit dem Ergebnis ist der Norden aber nicht vollends zufrieden.
Der Bundestag hat am Donnerstag den angekündigten Bonus für Pflegekräfte beschlossen. Demnach sollen Beschäftigte in der Altenpflege in diesem Jahr eine gestaffelte Prämie von bis zu 1000 Euro bekommen. Länder oder Arbeitgeber können auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Für die Krankenpflege gilt der Bundes-Bonus aber nicht. Schleswig-Holstein hat für Sonderzahlungen an Pflegekräfte 40 Millionen Euro reserviert.
„Gut, dass die Bundesregierung die Initiative Schleswig-Holsteins aufgreift und den Pflegebonus zumindest für die Altenpflege ermöglicht“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Über die konkreten Auswirkungen der Entscheidung im Bund auf Schleswig-Holstein will die Landesregierung nun beraten. „Mir ist allerdings neben der Einmalzahlung die dauerhafte Verbesserung der Bezahlung der Pflegekräfte in der Altenpflege einschließlich einer höheren Tarifbindung sowie deutlich verbesserter Arbeitsbedingungen noch wichtiger“, sagte Garg.
Krankenpflege wird nicht beachtet
Die Grünen im Landtag kündigten ein Konzept für einen landesweiten Bonus in der Krankenpflege an. Den Weg für einen bundesweiten Bonus in der Altenpflege habe der Bundestag gebahnt, sagte Fraktionsvize Lasse Petersdotter. „Es ist allerdings sehr bedauerlich, dass die bundesweite Vereinbarung nur die Altenpflege in den Blick nimmt.“ Die Krankenpflege also nicht. Die Prämie für die Pflegekräfte setze ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für die harte und exponierte Arbeit der Pflegekräfte, sagte Petersdotter. „Damit werden längst nicht alle Herausforderungen in den Pflegeberufen gelöst, aber es ist ein wichtiges Signal.“
| Quelle: dpa
- Schlagwörter:
- Sonderprämie
- Pflege
- Bonus
- Krankenpflege
- Altenpflege
- Schleswig-Holstein
- Bundestag








Ohrfeige für die Krankenpflege
Vielen Dank für diesen Beschluß der Regierung, der deutlich macht, was Sie von der Krankenpflege hält, nämlich, nix. Stellt Euch weiter im Bundestag hin und beklatscht die Krankenpflege. Wertschätzung?? das ich nicht lache. Mehr Geld, sehr gerne,und das ist ganz einfach. Pflegekräfte generell, ob nun in den Krankenhäusern, in den Alten/Pflegeheimen, im ambulanten Diensten, etc. brauchen keine Lohnsteuer mehr zahlen. Das Bruttogehalt bleibt wie es ist, kein Arbeitgeber/keine Krankenkasse muß mehr bezahlen nur der Staat nimmt weniger Steuern ein, aber das sollte doch im Sinne der Politik sein..ich sag nur WERTSCHÄTZUNG!!!
Ohrfeige für die Krankenpflege - Pflege nach der Krise
Mit Verlaub und bei allem Respekt gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen der Berufsgruppe Pflege. Sind wir nicht einfach selber schuld?
Aus welchem Grunde sollte die aktuelle Wertschätzung (Applaus von Menschen die sich eine angenehme Stadtwohnung mit Balkon oder sogar Garten leisten können und der noch nicht bezahlten Abspeisung von 500 oder 1000€ seitens der Regierung) mehr sein?
Wir tun doch alles dafür, dass, das was wir jetzt bekommen, vollkommen ausreicht.
Plötzlich „waren“ wir Heldinnen und Helden. Kolleginnen und Kollegen geben Interviews in Zeitungen und berichten wie anstrengend unsere Arbeit ist. Doch es reicht ein Lächeln des Patienten als Dank aus, um unsere Arbeit als wertvoll zu betrachten. Natürlich ist Dankbarkeit etwas Wertvolles und oftmals das einzige was uns ein Patient geben kann. Doch ganz ehrlich, diese Patienten bedanken sich auch bei den Ärzten. Nur die können sich eine deutlich höhere Miete einer Dreizimmerwohnung leisten. Warum wohl? Es sei ihnen vergönnt, denn sie sind organisiert.
Ich glaube nicht, dass es einen Arbeitgeber ausreicht, wenn seine Arbeitnehmer „Dankbar“ sind. Die wollen genauso Geld sehen wie unsere Politiker*innen und auch die können sich eine Dreizimmerwohnung ohne mit der Wimper zu zucken leisten. Warum wohl?
Bitte nicht vergessen: „Mit Abschaffung der Krise und des Ausnahmezustandes wird das „Held*in-sein“ ein Ende haben.
Es wird keine Quartalsboni für Pflege geben.
Erlauben Sie mit bei allen Respekt einen Aufruf an alle erfahrenen und älteren Kolleginnen und Kollegen zu setzen. Wir haben es in der Hand, ob die Profession Pflege, zukünftig einen professionellen Nachwuchs bekommt und dieser Beruf ein attraktiver Beruf bleibt. Für so manchen mag Dankbarkeit noch ausreichen, doch dem Nachwuchs leider nicht mehr. Wohnungen zu finden oder ein Eigenheim zu finanzieren, mag vor zwanzig Jahren noch geklappt haben.
Nutzen wir jetzt diese Zeit um Pflege wirklich dahin zu bringen, wo sie schon vor Jahren hätte sein sollen, zu einer verantwortlichen und wirklichen Profession die als diese auch gesehen und geschätzt und entsprechend auch bezahlt wird.
Selten ein Beruf oder eine Profession die eigentlich so viel Macht besitzt, doch sie nicht für sich nutzt.
Macht muss nicht immer negativ besetzt sein, richtig angewendet kann sie helfen.
Die Zeit ist wirklich reif und dies ist auch kein Ausnutzen von Krisensituationen.