
Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Finanzkommission Gesundheit hat sich am 25. September 2025 zu ihrer konstituierenden Sitzung in Berlin getroffen. Ziel der unabhängigen Expertenrunde ist die Erarbeitung von Reformvorschlägen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Hintergrund ist ein erwartetes Defizit in zweistelliger Milliardenhöhe bis Ende 2026. Die Kommission besteht aus zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Bereichen Ökonomie, Medizin, Sozialrecht, Ethik und Prävention. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Wolfgang Greiner (Universität Bielefeld) gewählt, seine Stellvertretung übernehmen Prof. Dr. Ferdinand Gerlach und Prof. Dr. Leonie Sundmacher.
Bis Ende März 2026 soll die Kommission erste Vorschläge zur Stabilisierung der GKV-Beiträge ab 2027 vorlegen – ohne Beitragserhöhungen. Darüber hinaus sollen bis Jahresende 2026 weitere Maßnahmen zur langfristigen Finanzsicherung entwickelt werden. Auch die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Reformen, etwa im Bereich Primärarztsystem und Notfallversorgung, werden auf ihre Finanzwirkung hin überprüft. Kritik kam unter anderem vom Ärzteverband Baden-Württemberg, der die fehlende Einbindung der ambulanten Versorgung bemängelte.
Am 14. und 15. Oktober komme zudem der Schätzerkreises zur Finanzlage der gesetzlichen Kassen zusammen, um die Finanzentwicklung zu berechnen. Ziel sei, dann zielgenau mit Maßnahmen ansetzen zu können, die zu Beitragsstabilität führen. Noch klafft trotz schon vorgesehener Finanzspritzen im Etat eine Lücke von vier Milliarden Euro. Im Gespräch sind mehr Haushaltsmittel, aber auch Sparregelungen. Erst Anfang 2025 hatte es eine Welle kräftiger Erhöhungen bei den Zusatzbeiträgen gegeben, die die Kassen je nach Finanzlage für ihre Versicherten festlegen.
Mitglieder der Finanzkommission Gesundheit
- Prof. Dr. Dagmar Felix (Professorin für Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Sozialrecht, Universität Hamburg)
- Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach (Professor für Allgemeinmedizin und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main)
- Prof. Dr. Wolfgang Greiner (Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld)
- Prof. Dr. Michael Laxy (Professur für Public Health und Prävention, Technische Universität München)
- Prof. Dr. Jonas Schreyögg (Professor für Management im Gesundheitswesen, Universität Hamburg)
- Prof. Dr. Leonie Sundmacher (Professorin für Gesundheitsökonomie, School of Medicine & Health, Technische Universität München)
- Prof. Dr. Gregor Thüsing (Professor für Arbeitsrecht und Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und das Recht der sozialen Sicherheit, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
- Prof. Dr. Verena Vogt (Professorin für Quantitative Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Jena)
- Prof. Dr. Dr. Eva Winkler (Onkologin und Professorin für Translationale Medizinethik, Universität Heidelberg)
- Prof. Dr. Amelie Wuppermann (Professorin für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwissenschaft, Universität Bayreuth)





Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen