
Zu der von Bundesgesundheitsminister PRof. Karl Lauterbach angekündigten Reform der Vergütungsregeln für Kinderstationen erklärt Reinhardt: „Die Fallzahlen steigen, trotzdem werden in den Krankenhäusern seit Jahren Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin geschlossen, Betten abgebaut und Geburtsstationen dichtgemacht. Das Personal ist überlastet, die Behandlungsqualität sinkt, vielerorts droht Unterversorgung. Deshalb ist es richtig, dass die Krankenhausreformkommission der Bundesregierung gleich in ihrer ersten Stellungnahme auf die dramatische Situation in der Pädiatrie, Kinderchirurgie und Geburtshilfe hinweist.“
Kinder seien keine kleinen Erwachsenen und ihre Behandlung sei schwer plan- und steuerbar, so Reinhardt. Kinderstationen hätten im Vergleich mit Erwachsenenstationen nicht nur einen besonders hohen Anteil an Akutpatienten, sie bräuchten auch erheblich mehr Personal, um diese zu behandeln. Die hohen Fixkosten sowie das überdurchschnittliche Leistungsspektrum führten in der aktuellen Vergütungssystematik dazu, dass Pädiatrie, Kinderchirurgie und Geburtshilfe kaum kostendeckend betrieben werden könnten.
Die Diagnose und die von der Kommission genannten Reformvorschläge seien ein erster, wichtiger Schritt, heißt es weiter. Das allein reiche aber nicht. Die Kommission müsse jetzt schnell und ergebnisoffen die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach selbst ins Spiel gebrachte Herausnahme der Kinderkliniken aus dem Fallpauschalensystem (DRG-System) prüfen und alternative Vergütungskonzepte ausarbeiten.
Der Grund für die genannten Probleme liege laut Reinhardt im System. Da ließe sich nicht allein mit Zuschlägen und zusätzlichen Vergütungsvolumina beseitigen. Solange der ökonomisch motivierte Druck weiter bestehen bliebe, den starre, auf Wettbewerb ausgerichtete DRG-Fallpauschalen ausübten, werde sich nichts grundlegend ändern, so Reinhardt. Notwendig wäre eine substanzielle Reform der Klinikfinanzierung, die den Menschen mit seinem Versorgungsbedarf in den Mittelpunkt rücke.






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