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KKVD-ForderungRegionale Netzwerke für mehr Versorgungssicherheit?

Dass der Krankenhaussektor reformierungsbedürftig ist, steht außer Frage. Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands fordert unter anderem, dass regionale Gesundheitsnetzwerke besser genutzt und gefördert werden.

Deutschland
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Letzte Woche kam Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit seinen Fachkolleginnen und -kollegen aus den Bundesländern zusammen, um die anstehenden Krankenhausreformen zu erörtern. In diesem Zuge äußert sich auch der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) in einem Positionspapier zu den in ihren Augen notwendigen Schritten. Demnach sei die Weiterentwicklung der Klinikstrukturen unerlässlich.

Entscheidende Eckpfeiler dafür seien sowohl der konkrete Bedarf der Patientinnen und Patienten als auch die flächendeckende Versorgungssicherheit. Die künftigen Krankenhausstrukturen müssten daher überall eine wohnortnahe Basisversorgung gewährleisten und sich an die Herausforderungen des demografischen Wandels anpassen. Es sei absehbar, dass der Anteil der über 65-Jährigen in Deutschland bis 2030 auf mehr als 25 Prozent der Bevölkerung steigt, wodurch sich das Risiko chronischer sowie nebeneinander auftretender Erkrankungen erhöhe. Zu berücksichtigen ist auch die eingeschränkte Mobilität ältererer Menschen.

Abkehr von zentralen Strukturen

Statt einer hierarchischen Top-Down-Organisation der stationären Versorgung von Uniklinika zu Grundversorgern ist es laut KKVD sinnvoller, die Potenziale der vorhandenen dezentralen Strukturen zu nutzen. Eine Schwerpunktbildung in regionalen Netzwerken brächte die beiden wichtigen Faktoren, hohe Versorgungsqualität und gute Erreichbarkeit, zusammen. Auch seien regionale Gesundheitsnetzwerke als gleichberechtigte Partner sehr gut geeignet, den richtigen Versorgungspfad für Patientinnen und Patienten zu finden sowie Schnittstellenprobleme und Doppelkapazitäten abzubauen, ohne die erwartbar hohen Kosten für Standortschließungen und den Bau neuer Zentraleinheiten zu verursachen.

Zügige Reformierung der Klinikfinanzierung

Zusätzlich fordert der KKVD eine schnelle Reformierung der Krankenhausfinanzierung. Für Kliniken seien daher von Fallzahlen unabhängige Basispauschalen zur Vorhaltung der notwendigen Infrastruktur und des Personals notwendig. Auch die Kosten für die Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals sollten sich darüber decken. Gleichzeitig müsse das Prinzip gleiches Geld für gleiche Leistung im Fallpauschalensystem erhalten bleiben. Es wäre nicht sachgerecht, wenn Kliniken je nach Größe für die gleiche Leistung eine unterschiedliche Vergütung erhielten, so Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands.

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