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GutachtenSachsen-Anhalts Klinikstrukturen kommen auf den Prüfstand

Die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt klagen über einen Investitionsstau in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Die Koalition will gegensteuern. Ein Gutachten soll aufzeigen, wie die Gelder sinnvoll eingesetzt werden können.

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jannoon028/stock.adobe.com

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Die schwarz-rot-gelbe Koalition hat sich am 3. Mai 2022 auf die Ausschreibung eines Gutachtens zur Zukunft der Krankenhauslandschaft in Sachsen-Anhalt verständigt. Das bestätigten die Fraktionsspitzen von CDU, SPD und FDP nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses in Magdeburg. Rund 400 000 Euro sollen für das Gutachten im Haushalt eingestellt und das europaweite Ausschreibungsverfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Das Projekt hatte monatelang für Diskussionen gesorgt. Unter den drei Partnern war umstritten, wie schnell und wie umfangreich die Krankenhauslandschaft untersucht werden soll. Nun werden die Strukturen inklusive Notfallversorgung und Fachkräftebedarf bis zum Jahr 2035 begutachtet. Die Vertreter der Koalition zeigten sich erfreut über die Verständigung.

Zukunftsfeste Versorgungsmodelle

„Wir haben Kompromisse gefunden“, sagte FDP-Fraktionschef Andreas Silbersack. Ziel müsse es sein, stationäre und ambulante Versorgung zukünftig stärker zu verzahnen und die Telemedizin sinnvoll zu nutzen. Das Gutachten könne dafür funktionierende Versorgungsmodelle aufzeigen, so Silbersack.

SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle sagte, die Ergebnisse des Gutachtens sollten als Grundlage für eine Diskussion über die Entwicklung der Krankenhausstandorte dienen. „Wir stehen vor einer großen Aufgabe: Wir müssen über die Veränderung von Strukturen reden.“ Das Land werde diese Prozesse begleiten, um die medizinische Versorgung zukunftsfest zu machen.

Erhaltung der Klinikstandorte

Einig ist sich die Koalition in der Frage, dass alle Klinikstandorte zur medizinischen Versorgung erhalten werden sollen. Ob die Behandlung jedoch in jedem Fall mit einem Krankenhaus gesichert oder auch andere Formen wie Polikliniken oder Telemedizin ausgebaut werden, soll das Gutachten klären.

Die CDU-Fraktion dringt darauf, dass Investitionsmittel des Landes zielgerichtet eingesetzt werden. Vom Gutachten erhoffe er sich dazu Klarheit über die Strukturen im Land, sagte Fraktionschef Siegfried Borgwardt.

Laut der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt ist bei den Kliniken ein Investitionsstau in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aufgelaufen. „Als Krankenhäuser sind wir sehr an dem Gutachten interessiert“, sagte Präsident Wolfgang Schütte. Investitionen des Landes seien dringend nötig, das Gutachten könne eine Grundlage dafür sein. Dass die Beurteilung als Expertise für Schließungen in Sachsen-Anhalt verwendet werden könnte, erwartet Schütte nicht. „Die Standorte sind gesichert.“ Ein möglicher Schritt könne jedoch die Zentralisierung von Spezialabteilungen sein.

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