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Baden-WürttembergFortschritt des Krankenhausstrukturwandels vorgestellt

Wie es um den Krankenhausstrukturwandel in Baden-Württemberg bestellt ist, kann künftig digital eingesehen werden. Die Krankenhausgesellschaft des Landes fordert angesichts des steigenden wirtschaftlichen Drucks mehr Engagement von der Politik.

Kreisdiagramm
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Symbolfoto

Die Baden-Würrtembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) zeigt sich zufrieden mit dem Stand des Krankenhausstrukturwandels im Land. „In Baden-Württemberg ist der Krankenhausstrukturwandel viel weiter fortgeschritten als in vielen anderen Bundesländern“, stellt Vorstandsvorsitzender Heiner Scheffold fest. Das zeige der Blick auf die von der BWKG heute vorgestellte interaktive Internetseite zum Krankenhausstrukturwandel im Land.

Manche Regionen hätten ihren Strukturwandel bereits abgeschlossen, andere seien mitten in der Umsetzung, wieder andere haben wegweisende Grundsatzbeschlüsse gefasst und Diskussionen finden praktisch flächendeckend statt. Die neue BWKG-Internetseite visualisiere zum einen die Leitmotive des Krankenhausstrukturwandels (Zentralisierung, Modernisierung und die Abstimmung medizinischer Leistungen) sowie zum anderen die Vielfalt von neuen Versorgungsformen, die sich bilden, wenn etwa ein Krankenhaus geschlossen wird.

Flächendeckende Versorgung vs. Wirtschaftlichkeit

Die Abwägung zwischen einer möglichst flächendeckenden Versorgung einerseits und einer akzeptablen Belastung der Krankenkassen andererseits sei der Politik laut BWKG bislang gut gelungen. Mit 500 Krankenhausbetten je 100 000 Einwohner werden die Bürger des Landes gut versorgt – und das zu relativ niedrigen Kosten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 595 Betten je 100 000 Einwohner, also 20 Prozent über dem Wert von Baden-Württemberg.

Durch den steigenden finanziellen Druck drohe eine wohnortnahe flächendeckende Versorgung jedoch in den Hintergrund zu geraten. So profitierten bislang ausschließlich die Krankenkassen von der effizienten Krankenhausstruktur in Baden-Württemberg, während für die Krankenhäuser mit 46 Prozent im Jahr 2019 die höchste Defizitquote in ganz Deutschland ausgewiesen (bundesweit 33 Prozent) wurde.

Drei Forderungen an die Politik

  1. Die überdurchschnittlichen Kosten der Krankenhäuser im Land müsse durch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene finanziert werden. Die baden-württembergischen Versicherten sollen in der gesetzlichen Krankenkasse aus ihren überdurchschnittlichen Löhnen nicht überdurchschnittliche Beiträge bezahlen, aus denen nichts in das Land zurückfließt.
  2. Die Investitionskosten sollten voll durch das Land Baden-Württemberg finanziert werden. So müsse die Summe der Investitionsmittel dauerhaft auf insgesamt 750 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden. Auch die Pauschalförderung gelte es von 160 auf 210 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen.
  3. Baden-Würrtemberg müsse sich stärker für die Krankenhausplanung engagieren. Ebenso seien regionale Strukturgespräche nötig, in denen die Beteiligten Schwerpunkte gzu bilden hätten. Ziel der Gespräche sollen nach Meinung der BWKG Empfehlungen an den Landeskrankenhausausschuss sein.

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