Oldenburg

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Zeugen im Högel-Prozess

Im Prozess gegen den Patientenmörder Niels Högel hat die Oldenburger Staatsanwaltschaft drei weitere Verfahren gegen Zeugen auf den Weg gebracht. Sie stehen im Verdacht, vor Gericht gelogen zu haben, wie Oberstaatsanwalt Martin Koziolek sagte.

Gerichtsurteil

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Ihm zufolge gibt es zum Fall Högel nun insgesamt sieben Verfahren wegen des Verdachts auf Meineid.

Über die neuen Ermittlungen hatte zunächst die «Nordwest-Zeitung» berichtet. Ihr zufolge richten sie sich gegen einen ehemaligen Oberarzt, einen ehemaligen Krankenpfleger und eine Betriebsrätin aus dem Klinikum Oldenburg. Alle drei hatten vor Gericht angegeben, sich an bestimmte Vorkommnisse nicht erinnern zu können. Der Richter hatte das angezweifelt. Ob die Ermittlungen in Anzeigen münden, sei unklar, sagte Koziolek. Wenn sich Zeugen auf Erinnerungslücken berufen, sei es oft schwer, das Gegenteil zu beweisen.

Solche Verfahren sind keine Seltenheit

Verfahren wegen des Verdachts auf Meineid sind Koziolek zufolge keine Seltenheit. «Jeden Tag kommt es vor», sagte er. Sobald es vor Gericht Zweifel an den Aussagen eines Zeugen oder einer Zeugin gebe, leite die Staatsanwaltschaft ein Verfahren ein.

Der frühere Pfleger Högel wurde 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt - wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation. Er soll seine Opfer mit Medikamenten zu Tode gespritzt haben. Im aktuellen Prozess geht es um 100 Morde an Klinikpatienten in Oldenburg und Delmenhorst.

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