Klinikum Oldenburg

Oberarzt beruft sich im Högel-Prozess auf Gedächtnislücken

Ein ehemaliger Oberarzt des Klinikums Oldenburg hat sich im Prozess gegen den Patientenmörder Niels Högel in seiner Aussage mehrfach auf mangelnde Erinnerung berufen. Der 42-jährige Mediziner konnte sich am Freitag vor Gericht weder an eine interne Konferenz noch eine Diskussion über den erhöhten Verbrauch von Kalium an der Klinik in Oldenburg erinnern.

Gerichtsurteil

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Ein zuvor von Zeugen erwähntes Zusammentreffen mit Högel, bei dem der Arzt dem Pfleger eine Spritze aus dem Kittel gezogen haben soll, bestätigte er ebenso wenig: «Es kann sein. Ich weiß es nicht genau», sagte der Zeuge.

Högel arbeitete von Mitte 1999 bis Oktober 2002 am Klinikum Oldenburg. Er soll Patienten auch mit Kalium zu Tode gespritzt haben. Wegen des erhöhten Verbrauchs an Kalium wurde deshalb eine Konferenz mit Pflegern und auch Ärzten abgehalten, um den Verbrauch zu thematisieren. «Wie kann es sein, dass Sie von alldem behaupten, keine Kenntnis zu haben?», fragte Richter Sebastian Bührmann den Zeugen, der inzwischen in den Niederlanden arbeitet.

Auch an konkrete Verdächtigungen gegen Högel konnte er sich nicht erinnern. Wenn über Högel geredet worden sei, dann sei das an den Chefarzt weitergegeben worden. «Damit ist es zur Chefsache geworden», betonte der Zeuge. Högel habe die Abteilung dann verlassen und man habe sich nicht weiter darum gekümmert. «Es ist schwierig zu erzählen, wie es war und nicht war. Ich habe ein total verschwommenes Bild», sagte der Zeuge. Allerdings beschrieb er ein Wochenende im September 2001, bei dem es auf der Intensivstation sehr viele - «11 oder 14» - Reanimationen gegeben habe. Damals starben vier Patienten.

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