Georg Thieme Verlag KG
kma Online

1. Halbjahr 2022287 Millionen Euro Mehrausgaben der Krankenkassen

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) im ersten Halbjahr 2022 bekanntgegeben. Die Ausgaben haben die Einnahmen um 287 Millionen Euro überstiegen.

Taschenrechner
175826790Photocrew/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben ihre Einnahmen im ersten Halbjahr deutlich überstiegen. So gaben die 97 gesetzlichen Kassen rund 287 Millionen Euro mehr aus als sie einnahmen, wie das Bundesgesundheitsministerium am 7. September 2022 in Berlin mitteilte.

Die Knappschaft erzielte einen Überschuss von 37 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen und die nicht am Risikostrukturausgleich teilnehmende Landwirtschaftliche Krankenkasse einen Überschuss von jeweils 32 Millionen Euro. Die Ersatzkassen (-235 Millionen Euro), die Allgemeinen Ortskrankenkassen (-98 Millionen Euro) und Betriebskrankenkassen (-56 Millionen Euro) erzielten hingegen Defizite.

Die Finanzreserven der Kassen betrugen Ende Juni noch 9,6 Milliarden Euro. Laut Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) werden die Kassen dieses Jahr in den schwarzen Zahlen bleiben. „Grund dafür sind größere Rücklagen und ein zusätzlicher Steuerzuschuss von 14 Milliarden Euro“, sagte Lauterbach.

Pflegepersonalkosten um zehn Prozent gestiegen

Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 143,5 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 143,8 Milliarden gegenüber. Überproportional stark gestiegen sind die Ausgaben im Bereich der Schutzimpfungen (16,5 Prozent), bei Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen (15,9 Prozent) sowie im Bereich der Heilmittel (12,5 Prozent). Die Kosten für Corona-Impfstoffe fallen nicht darunter; diese werden vom Bund und nicht von den Krankenkassen finanziert.

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind um 4,0 Prozent gestiegen. Im Jahr 2020 wurden die Pflegepersonalkosten aus den DRG-Pauschalen ausgegliedert. Diese Ausgaben wuchsen im ersten Halbjahr um 10 Prozent, nachdem die Krankenkassen bereits im Jahr 2021 14 Prozent höhere Ausgaben für Pflegepersonalkosten als noch 2020 verbuchten.

Zusatzbeitragssatz 2023

Der offizielle Schätzerkreis für die Krankenversicherung prognostiziert laut Ministerium Mitte Oktober Ausgaben und Einnahmen für das laufende und kommende Jahr. Auf dieser Basis gibt das Ministerium dann bekannt, wie hoch der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2023 sein muss, damit die Ausgaben gedeckt sind.

Da der Steuerzuschuss für das kommende Jahr entfällt, hat die Bundesregierung den Entwurf des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes beschlossen. „Mit diesem Gesetz werden wir die GKV-Finanzen für 2023 konsolidieren und die Lasten fair auf alle Schultern verteilen“, so Lauterbach.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!