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Bilanz 2020Asklepios macht 65 Millionen Euro Verlust

Im Geschäftsjahr 2020 musste die Asklepios Gruppe Einbußen in Höhe von rund 65 Millionen Euro hinnehmen. Grund seien Erlösausfälle und Kostensteigerungen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.

Verlust
Андрей Яланский/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das Jahr 2020 hat die Asklepios Gruppe wie den gesamten Gesundheitssektor in Deutschland vor massive Herausforderungen gestellt. Planbare und nicht dringende medizinische Behandlungen mussten aufgeschoben werden, um Betten für Covid-19-Patienten freizuhalten sowie neue, verschärfte Hygienevorgaben umzusetzen. Vor diesem Hintergrund ging die Zahl der behandelten Patienten erheblich zurück.

Die Gesundheitseinrichtungen der Asklepios Gruppe (ohne Rhön) behandelten im Geschäftsjahr 2020 rund 2,2 Millionen Patienten (2019: 2,5 Millionen), die Rhön-Klinikum AG weitere rund 0,8 Millionen Patienten (2019: 0,9 Millionen). Personal- und Materialaufwendungen stiegen aufgrund der Covid-19-Schutzmaßnahmen deutlich an. So vervielfachte sich beispielsweise der Verbrauch von FFP2-Masken um mehr als 2 000 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf über 1,5 Millionen Stück. Die Materialaufwandquote erhöhte sich auf 22,4 Prozent (2019: 20,9 Prozent). Der Anstieg der Vollzeitkräfte sowie Tarifsteigerungen führten zu einer Personalaufwandquote in Höhe von 65,0 Prozent (2019: 64,2 Prozent).

"Die Pandemie ist eine existenzielle Bewährungsprobe für unser Gesundheitswesen", sagt Kai Hankeln, CEO des Asklepios Konzerns. Im Vergleich zur ersten Pandemiewelle im Frühjahr 2020 mangele es aktuell jedoch an neuen Unterstützungsmaßnahmen von Seiten der Politik. Einige Kliniken müssten derzeit finanzielle Einbußen hinnehmen.

Umsatz signifikant unter Prognose

Trotzdem schloss die Asklepios Gruppe die Übernahme und Integration der Rhön-Klinikum AG ab. Seit dem 1. Juli 2020 wird Rhön im Konzernabschluss konsolidiert. Die veröffentlichten Zahlen sind durch die unterjährige Erstkonsolidierung nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Die Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 2020 4,3 Milliarden Euro (2019: 3,5 Milliarden Euro). Der Umsatzanstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung von Rhön. Rund 390 Millionen Euro entfallen auf Erlöse im Zusammenhang mit Ausgleichszahlungen für die Bereitstellung von Bettenkapazitäten. Aufgrund der erhöhten Aufwendungen und der erforderlichen Neubewertung der Rhön-Anteile nach IFRS 3 reduzierte sich das Konzernjahresergebnis EAT deutlich.

Zum Jahresende wurde ein Konzernverlust in Höhe von insgesamt -65,1 Millionen Euro (2019: 172,3 Millionen Euro) ausgewiesen. Umsatz und Konzernjahresergebnis liegen damit pandemiebedingt signifikant unter der ursprünglich aufgestellten Prognose. Der Anspruch an eine stabile Entwicklung der Marge besteht jedoch trotz Covid-19-Pandemie.

Investitionen in Bereich Medizin 

In dieser Ausnahmesituation habe Asklepios von der soliden mittel- und langfristigen Finanzstrategie profitiert, die zu jeder Zeit Zahlungsfähigkeit sowie ausreichende Liquiditätsreserven garantiert habe. Zum 31. Dezember 2020 hätten Asklepios freie Kreditlinien in Höhe von rund 770,0 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Die Gruppe habe zudem auch während der Pandemie geplante Investitionen in Höhe von 389,5 Millionen Euro (2019: 325,8 Millionen Euro) im medizinischen Bereich getätigt. Die Eigenfinanzierungsquote lag bei 74,4 Prozent (2019: 74,5 Prozent).

Nach eigenen Angaben geht die Gruppe robust in das Geschäftsjahr 2021. Aufgrund der noch anhaltenden Covid-19-Pandemie erwarte Asklepios jedoch für das laufende Geschäftsjahr weiterhin Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

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