
Der auf Arztpraxen und Krankenhäuser spezialisierte Softwareanbieter Compugroup Medical (CGM) peilt im neuen Jahr weiteres Wachstum und mehr operativen Gewinn an. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll auf 270 bis 310 Millionen Euro zulegen, wie das Unternehmen am 7. Februar in Koblenz überraschend mitteilte.
Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten erwarten aktuell einen Wert in der Mitte der Spanne. Beim Umsatz geht Konzernchef Michael Rauch weiter davon aus, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen die Geschäfte antreibt. Der Erlös soll aus eigener Kraft, also ohne Wechselkurseffekte und Zu- wie Verkäufe von Unternehmensteilen um vier bis sechs Prozent klettern. Auch das haben Experten so im Auge.
Umsatz wächst dank Krankenhaussegment
Vergangenes Jahr profitierte CGM von einem hohen Auftragsbestand im Geschäft mit Kliniken. Der Erlös in der Krankenhaussparte wuchs zweistellig. Im Segment der Krankenhausinformationssysteme (KIS) profitierte der Konzern 2023 weiterhin von einem starken Auftragseingang im Zusammenhang mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG). Die Umsatzprognose für KHZG-Projekte wurde im Laufe des Jahres zwei Mal erhöht. Insgesamt stieg der Umsatz in diesem Segment auf 315 Millionen Euro (Vorjahr: 277 Millionen), das organische Wachstum betrug 14 Prozent, die wiederkehrenden Umsätze machten 210 Millionen Euro aus, was einem Anteil von 67 Prozent entspricht.
Nicht so schwungvoll zeigte sich das Geschäft rund um Arztpraxen, dieses wuchs nur leicht. Insgesamt legte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um fünf Prozent auf 1,19 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um 13 Prozent auf 265 Millionen Euro. Fachleute hatten diese Werte in etwa erwartet.
Zweistelliger Verlust im vierten Quartal
Im vierten Quartal buchte das Unternehmen Umbaukosten für Personalaufwendungen in Höhe von 26 Millionen Euro, die zu einem ausgewiesenen Quartalsverlust von 15,5 Millionen Euro führten. Im Gesamtjahr rutschte der Nettogewinn um über ein Drittel auf 46,9 Millionen Euro ab. Die Personalkosten wuchsen dabei deutlich.
Die enttäuschenden Quartalszahlen haben die schleppende Erholung der Aktien von Compugroup abrupt beendet. Die Papiere sackten bis zum Mittag (07.02.2024) um 14,6 Prozent auf 34,16 Euro ab.
Was die Analyseexperten sagen
Laut Experte Andreas Wolf vom Analysehaus Warburg Research war die Profitabilität des Softwareanbieters niedriger als erwartet. Gründe dafür seien die im Schlussquartal verbuchten Umbaukosten für Personalaufwendungen und weitere Einmaleffekte.
Analyst Knut Woller von der Baader Bank glaubt vor diesem Hintergrund weiter daran, dass das bislang ausgerufene Margenziel von 27 Prozent im Jahr 2025 kaum zu erreichen ist. Gleichwohl entsprächen die Prognosen von Compugroup für 2024 insgesamt den Markterwartungen.
Für die Aktionäre des Softwarekonzerns sind die letzten Monate unter dem Strich enttäuschend verlaufen. Während der SDax Ende Oktober 2023 zu einer Erholung angesetzt hatte und seitdem um fast 15 Prozent gestiegen ist, haben die Papiere von Compugroup in diesem Zeitraum rund 6 Prozent verloren.
Den detaillierten Geschäftsbericht legt die Compugroup am 28. März vor.





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