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UnterdeckungKrankenkassen gehen mit Milliarden-Defizit aus 3. Quartal

Laut einem Bericht der FAZ haben die gesetzlichen Krankenversicherungen im dritten Quartal des Jahres 2020 mit einem Defizit von mehr als drei Milliarden Euro zu kämpfen.

Mehrere Gesundheitskarten liegen übereinander.
Stockfotos-MG/stock.adobe.com
Symbolfoto

Wie die FAZ berichtet, habe es bei den gesetzlichen Krankenversicherungen im ersten Halbjahr 2020 noch einen Überschuss von 1,3 Milliarden Euro gegeben, während im dritten Quartal ein Defizit von 3 Milliarden Euro eingefahren wurde. Das Minus sei damit 16 Mal höher im Vergleich zum letzten Jahr.

Das erste Halbjahr sei für die mehr als 100 Krankenkassen mit einem Plus abgeschlossen worden, da in der Corona-Pandemie teure Operationen und andere Behandlungen verschoben wurden. Hinzu kam, dass sich deutlich weniger Patienten als sonst zum Arzt, in die Krankenhäuser, zum Physiotherapeuten oder in die Rehabilitation getraut hätten.

Dass sich das Ergebnis nun wieder ins Minus drehe, habe damit zu tun, dass die Behandlungen und Operationen sich nun wieder normalisieren würden. Einen Beitrag leiste aber auch das Versichertenentlastungsgesetz, mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn die Krankenkassen dazu bringen wolle, ihre Milliardenrücklagen schrittweise abzubauen.

Laut der FAZ erwarte Martin Litsch, der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, für 2022 einen Fehlbetrag von 17 Millionen Euro, da die Kassenrücklagen nicht ausreichen würden, um die Gesundheitsversorgung zu sichern. Politische Konzepte wie das Versichertenentlastungsgesetz würden hier nicht helfen.

Zusätzlich belastend sei, dass die Leistungsausgaben der Knappschaft im Vorjahresvergleich je Versichertem um fünf Prozent gestiegen sei und Aufwendungen für Schutzimpfung und Krankengeld um 20 Prozent. 

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