Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Dr. Ilias Tsimpoulis

Für Dr. Ilias Tsimpoulis, Geschäftsführer bei Doctolib, sind Austausch und Zusammenarbeit wichtige Tools für die Produktentwicklung und um das Gesundheitswesen zu verbessern. Als Mediziner fühlt er sich in Praxen und Kliniken zuhause.

Dr. Ilias Tsimpoulis
Doctolib/Composed by Thieme

Dr. Ilias Tsimpoulis, Geschäftsführer der Doctolib GmbH.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Jeder Tag bei Doctolib ist anders und meine Aufgabengebiete sind zu vielfältig, um einen typischen Arbeitstag zu schildern. An manchen Tagen arbeite ich mit dem Team an neuen, spannenden und innovativen Projekten, durch die wir unser Produkt und folglich auch die User-Experience unserer Kunden verbessern möchten. An anderen Tagen wiederum spreche ich mit Kooperationspartnern und wir erarbeiten gemeinsam Strategien und Konzepte für die Zusammenarbeit. Dort stellen wir uns täglich die Frage, wie wir Ärztinnen und Ärzten dabei helfen können, noch effizienter, produktiver und ressourcenschonender zusammenzuarbeiten. Und wenn man mich mal nicht im Büro oder Homeoffice findet, dann besuche ich vielleicht – sobald wieder in Präsenz möglich – gerade eine Messe oder Konferenz und tausche mich mit politischen Entscheidungsträgern und anderen Akteuren der Branche zu aktuellen Themen aus. Darüber hinaus ist mir natürlich die persönliche Bindung zu unseren Kundinnen und Kunden äußerst wichtig. Aus diesem Grund versuche ich, sie so oft wie möglich persönlich zu treffen und den gemeinsamen Austausch zu stärken. Der Besuch in medizinischen Einrichtungen ist für mich nicht nur ein wichtiges Qualitätsmerkmal, sondern die Basis für unseren serviceorientierten Ansatz und die anwenderzentrierte Produktweiterentwicklung – außerdem fühle ich mich als Mediziner in Praxen und Krankenhäusern „zuhause“.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

Nach langjähriger Erfahrung im Gesundheitssektor, kenne ich die Problemfelder in ärztlichen Praxen und habe mich mehr als 15 Jahre intensiv mit Prozessen und Optimierungspotenzialen in diesem Bereich beschäftigt. Viele Abläufe sind noch nicht ausreichend automatisiert. So gab es, als ich noch als Arzt in der Radiologie tätig war, eine MTRA, die viele Termine manuell, sprich telefonisch abklären musste. Das war nicht nur zeitaufwändig sondern hat auch unnötig Ressourcen gebunden. Die Verbesserung unseres Gesundheitswesens liegt mir aber nicht nur als Arzt und Unternehmer, sondern auch als Patient am Herzen. Es ist wichtig, dass wir im Zuge der Digitalisierung das volle Potenzial medizinischer Einrichtungen ausschöpfen, Entlastung für medizinisches Personal schaffen, die Versorgung von Patienten verbessern und den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt in die Praxis bringen.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Das Thema „Videosprechstunde“ wird zwar in den Medien sehr breit und laut kommuniziert, Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten zeigen uns jedoch, dass hier noch großer Aufklärungsbedarf bezüglich der Einsatzmöglichkeiten und Potenziale besteht. Viel zu oft wird das, was in anderen europäischen Ländern schon für massive Entlastung sorgt, noch sehr stiefmütterlich behandelt.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Meiner Ansicht nach, müssen wir in die ausgiebige Vernetzung aller medizinischen Fachbereiche investieren, um sicherzustellen, dass keine essentiellen Informationen zur Gesundheit von Patienten verloren gehen. Und das innerhalb der Sektoren aber auch und vor allem sektorenübergreifend. Hiere sehen wir vor allem Potenzial in der Umsetzung des KHZG mit dem Fördertatbestand des Patientenportals. Ein wichtiger Pfeiler für die fachübergreifende Kooperation sind unter anderem sichere IT-Systeme, welche den geschützten Austausch von medizinischen Dokumenten sowie Untersuchungsergebnissen gewährleisten. Auch das Überweisermanagement mit regionalen Ärztinnen und Ärzten kann so vereinfacht werden. Neben der Vernetzung von medizinischen Einrichtungen, sind aber auch Kooperationen mit Akteuren der Wirtschaft von hoher Bedeutung. Durch den stetigen Austausch von Anwendern und Entwicklern, können Probleme des Alltags gezielt kommuniziert und durch neue technische Lösungen behoben werden.

Haben Sie ein Vorbild?

Nein. Eine einzelne Person oder Figur, die ich als Vorbild bezeichnen würde, gibt es nicht. Ich bin aber trotzdem sehr begeistert von einzelnen Eigenschaften, die ich beobachte und mir dann zum „Vorbild“ nehme. Diese Eigenschaften kommen von Menschen aus allen Lebensbereichen. Ziel ist es ständig zu lernen – und das hört zum Glück niemals auf.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

BMC-Kongress

25. Jan. 202210:00
  • Bundesverband Managed Care e.V.
  • Berlin