Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Inga Bergen

Inga Bergen ist Unternehmerin, Digital Health Expertin und Sprecherin des Wissenschaftlichen Beirats für Digitale Transformation der AOK Nordost. Kooperationsfähigkeit ist für sie eine der Schlüsselkompetenzen unserer Zeit.

Inga Bergen
Katja Henschel/Composed by Thieme

Inga Bergen, Unternehmerin und Digital Health Expertin.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Jeder Arbeitstag ist anders, da ich Unternehmen berate, den Podcast Visionäre der Gesundheit herausgebe, Vorträge halte, moderiere oder als Beirätin meine Expertise teile. Ich liebe es, an wechselnden Orten und Themen zu arbeiten und neue Impulse aufzunehmen. Meine Routinen sind Kaffee am morgen und eine tägliche Laufrunde. Einen Tag in der Woche netzwerke ich und ich lese sehr viel.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

Ich denke, dass wir die großen Umbrüche, die die Digitalisierung mit sich bringt, nutzen sollten, um unsere Gesellschaft neu zu denken. Wir sind ständig getrieben und sollten öfter innehalten und uns fragen, welche Zukunft wir gestalten wollen. Mein persönliches Ziel ist es, Menschen und ihre Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt zu stellen – für mich ist Digitalisierung hierfür ein ideales Werkzeug, auch wenn das für manche paradox erscheinen mag.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Die Frage, wie wir unser Gesundheitssystem grundlegend umgestalten müssen – hin zu Prävention, zu einem ganzheitlichen Menschenbild – und wie Digitalisierung genutzt werden kann, um den menschlichen Faktor zu stärken. Denn wir brauchen nicht mehr „Effizienz“, sondern mehr Fokus auf menschliche Bedürfnisse. Wir stehen inmitten eines Kulturwandels, darüber sollten wir mehr sprechen und reflektieren, um ihn gestalten zu können.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Grundsätzlich funktioniert in unserer komplexen, digitalisierten Welt nichts mehr ohne Kooperation. Nicht nur Fachbereiche untereinander sollten kooperieren, sondern auch Medizin und Forschung mit Patientinnen und Patienten oder mit Pflegekräften, etc. – wir brauchen insgesamt mehr Augenhöhe und weniger Standesdünkel im Gesundheitswesen. Die Fähigkeit zur Kooperation ist eine der Schlüsselkompetenzen unserer Zeit.

Haben Sie ein Vorbild?

Mir fällt hier eine ganz lange Liste ein – es gibt viele tolle Menschen, an denen man sich orientieren kann. Eine Gemeinsamkeit haben alle meine Vorbilder – sie sind wertgetrieben, menschlich und integer. Und sie können „Grenzen“ mental überwinden, sind selbstwirksam und akzeptieren den Status quo nicht.

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