DMEA Themendossier Digitalmedizin

Chancen der Digitalmedizin für Ärzte und Startups

Ob Demenzvorsorge durch intuitive Apps, anonyme Überprüfung der Krankenhaushygiene mittels IoT-Sensoren oder Virtual-Reality-Anwendungen, um halbseitig gelähmten Menschen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen – zahlreiche eHealth-Startups präsentieren auf der DMEA ihre Innovationen. 

Foto: Pixabay

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Dabei verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: Das Leben von Patienten, Ärzten und Pflegepersonal leichter zu machen. Doch bis Startups ihre Innovationen im Gesundheitsmarkt etabliert haben, ist es oft ein weiter Weg. „Viele Ärzte sehen Digitalmedizin wie neue Medikamente oder neue Behandlungsmethoden, die erstmal geprüft werden müssen, ob sie das halten, was sie versprechen“, sagt PD Dr. Maike Henningsen, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, und fügt hinzu: „eHealth-Lösungen müssen also evidenzbasiert sein.“

Doch gerade für Startups sei dieser evidenzbasierte Ansatz nicht leicht umzusetzen, sagt Vivian Otto, Geschäftsführerin des eHealth-Startups Jourvie, das sich für die Prävention und Behandlung von Essstörungen einsetzt. „Wer am Markt ernst genommen werden möchte, braucht evidenzbasierte Studien, am besten noch eine Medizinproduktzertifizierung. Mit diesem Gesamtpaket kann man dann an die Kostenerstatter herantreten. Doch um dieses Paket zusammenzustellen, braucht es sehr viel Zeit.“ Gerade Startups fehlen dafür jedoch häufig die personellen und finanziellen Ressourcen.

Lösungsansatz: Kooperationen mit etablierten Akteuren

Hier können Kooperationen mit etablierten Akteuren ein Lösungsansatz sein. Jourvie habe beispielsweise die Kooperation mit der AOK Nordost geholfen, um ihr digital unterstütztes Vorsorgeprogramm zur Früherkennung von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen in den Markt zu bringen. Mit dem Startup-Café bietet die DMEA eine Plattform, um Startups mit potenziellen Geschäftspartnern und Investoren in Kontakt zu bringen. Hier können sich auch Ärzte informieren, denn häufig fehle der Überblick, sagt Dr. Maike Henningsen.

„Apps beispielsweise, die aus der Ärzteschaft heraus entwickelt wurden, haben einen Vertrauensbonus. Aber wie sieht es mit anderen Anbietern aus? Da fehlen häufig Informationen, was die Apps können und für wen sie geeignet sind. Wir brauchen Regularien und eine bessere Vergleichbarkeit, um sie richtig bewerten zu können.“

Natürlich stelle sich bei Startups aber auch die Frage, wie die jungen Unternehmen langfristig aufgestellt seien. „Gibt es die in ein paar Jahren noch? Was passiert, wenn sie gekauft werden? Wie sieht es mit der Maintenance aus?“ Hier brauche es einen besseren Austausch zwischen Ärzteschaft und Unternehmen. „Wir müssen besser verstehen, was die andere Seite bewegt, um die Digitalmedizin in Deutschland nach vorne zu bringen,“ postuliert Henningsen.  

Die entsprechende Plattform für diesen Austausch bietet die DMEA mit einem umfangreichen Programm.

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