kma Online
IT-Infrastruktur

Der KIS-Anbieter als Systemadministrator

In deutschen Krankenhäusern stoßen nicht nur viele Ärzte und Pflegekräfte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit – auch die IT-Mitarbeiter sehen sich angesichts der zunehmenden Digitalisierung immer mehr administrativen Aufgaben ausgesetzt. KIS-Hersteller bieten Kliniken deshalb an, die Verwaltung ihrer IT-Infrastruktur selbst zu übernehmen.

Digitale Infrastruktur

Foto: Fotolia (ra2 studio)

Mittlerweile unterstützen auch die KIS-Hersteller Kliniken bei ihren Administrationsaufgaben – und zwar in Form von erweiterten Serviceleistungen. So bietet etwa die Telekom mit der „Telekom Healthcare Cloud“ Krankenhäusern an, nicht nur das KIS und dessen Administration, sondern auch die für jene Anwendung erforderliche Hardwareumgebung inklusive Wartung, Support und Sicherheit in eine Cloud auszulagern und dort selbst zu übernehmen.

Das Angebot des Anbieters Agfa geht sogar noch einen Schritt weiter – vorausgesetzt, der Kunde betreibt eine der Agfa-Applikationen wie Orbis, Impax oder HYDMedia. Die „Agfa Managed Services“ genannte Betreiberserviceleistung besteht aus einzelnen Service-Modulen, deren Leistungsangebot von einer einfachen Updateunterstützung, über die Betreuung eines einzelnen Systems, bis hin zu einer vollständigen rechenzentrumsgestützten „Software as a Service“-Lösung reicht.

Agfa hat das weitreichendste Angebot

Die Verwaltung der IT-Infrastruktur beginnt bei der zum Betrieb von Softwarelösungen wie dem KIS erforderlichen Hardware, also etwa den Rechnern, Servern, Speichern und dem Betriebssystem. In diesem ersten Servicepaket stellt Agfa Healthcare die dafür nötigen Systemressourcen sowie die Anpassung an etwaige Technologiewechsel für den Teil der Infrastruktur, der zum Betrieb von Agfa-Softwarelösungen zum Einsatz kommt, bereit.

Der Hersteller berät eine Klinik also zunächst, welche Hardware etwa für das dort vorhandene KIS am besten geeignet ist. Die Kunden können diese dann entweder über einzelne Anbieter erwerben, oder auch über den Agfa-eigenen Hardwarevertrieb kaufen. Außerdem bietet Agfa auch an, bereits vorhandene Hardware zu verwalten.

Proaktives Rundum-Sorglos-Paket

In der Kategorie „System Management Service“ übernimmt der Hersteller auch die dauerhafte technische Betriebsführung dieser IT-Infrastruktur, also das Monitoring sowie die Administration, und sorgt für die ständige Verfügbarkeit der IT-Systeme. „In dem Zusammenhang stellt Agfa Healthcare dem Kunden über eine Vertragslaufzeit die Plattform, gewährleistet die Performance und auch das Wachstum, wenn er etwa mehr Serverleistung braucht – also auch die Nachrüstung“, erläutert Michael Umstätter, Produktmanager von Agfa Managed Services.

In einem weiteren Servicelevel bietet der Hersteller an, über ein Remote Operations Center in Trier die jeweils neuesten Programmversionen für Agfa-Softwarelösungen und darin integrierte Produkte während vorher vereinbarten Wartungsfenstern einzuspielen. Das beinhaltet auch die Datenbanksoftware, sowie das hardwarenahe Patchmanagement für die bereitgestellten Systeme. Zudem können Kliniken jene IT-Infrastruktur in ein externes Agfa-Rechenzentrum auslagern.

Seit Mitte letzten Jahres bietet der KIS-Anbieter außerdem an, Kliniken mit den neuesten Versionen und Programmupdates für die einzelnen Features von Orbis in Sachen Prozessoptimierung zu unterstützen. „Damit begleiten wir Kunden in praktisch jedem Szenario ihrer dynamischen Unternehmensentwicklung“, erläutert Michael Umstätter.

Derzeit nutzen etwa 150 Kliniken diese Angebote

Laut Hersteller beziehen derzeit rund 150 Kliniken diese Leistungen. Zu ihnen gehört etwa die Psychiatrie Baselland in der Schweiz. Sie hat sich dazu entschlossen, die IT-Systeme im eigenen Rechenzentrum zu belassen und dort von Agfa betreiben zu lassen. „Wir müssen uns um etwa 100 Applikationen kümmern. Da ist es ökonomischer, die Kernsysteme extern betreiben zu lassen“, so Urs Lehmann, stellvertretender IT-Leiter der Psychiatrie Baselland.

Auch das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern nutzt die Leistung. Hier betreibt Agfa die notwendige Infrastruktur für Orbis – ergänzt um Punkte wie die Domain-Controller und File- oder Print-Server. „Wir machen das in einer Inhouse-Lösung, sprich die Server stehen bei uns und werden durch das Remote Operation Center betreut“, so Frank Ebling, IT-Leiter der Westpfalz Kliniken.

Laut Agfa ist dieses Angebot ein Alleinstellungsmerkmal. Es richtet sich an Kliniken, die entweder nicht genug Ressourcen für eine optimale IT-Administration haben, oder diese eher auf die Betreuung organisatorischer und prozessverbessernder Tätigkeiten der IT fokussieren wollen.

  • Schlagwörter:
  • KIS-Markt
  • IT-Infrastruktur
  • Administrationsaufgaben

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren