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KooperationEigene Patiententransport-Software für Krankenhaus Reinbek

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat mit Simplinic eine Patiententransport-Software entwickelt, die als Cloud-Anwendung schnell in Kliniken etabliert werden kann und völlig ohne Disponenten auskommt.

Ärzte mit Tablet
AdobeStock/Peera

Symbolfoto

Das freigemeinnützige Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift und die Berliner Simplinic GmbH haben gemeinsam über den gesamten Entwicklungsprozess eine innovative Patiententransportsoftware entwickelt. Mit ihr ist die Disposition künftig ohne Disponenten möglich. Zudem sorgt das Kapazitätenmanagement für mehr Pünktlichkeit beim Verlegen von Patientinnen und Patienten, wodurch Zeit und Personalressourcen gespart werden.

Information via Dashboard

Kern der Software ist ein 3D-Raummodell des Krankenhauses, das die algorithmische Prozesssteuerung ermöglicht. Ein KIS-Aufruf erleichtert die Transportbestellung durch den Funktionsdienst. Ein innovatives Kapazitätenmanagement vermeidet die Überlastung verfügbarer Transporteure zu Stoßzeiten. Schon bei der Transportbestellung ist für die Station oder den OP erkennbar, ob Transporteure ausgelastet sind und wann sie wieder verfügbar sind.

Stationen werden über alle Transporte, die Patienten ihrer Station betreffen, mittels Dashboard informiert oder aktiv über einen Bestätigungsklick eingebunden. Damit wird die Zahl unnötiger Wege der Transporteure vermieden, wenn etwa der Patient nicht auf den Transport vorbereitet werden konnte. Cloud-Technologie soll den Implementierungsaufwand der Klinik auf ein Minimum reduzieren und die kontinuierliche Weiterentwicklung ohne Administrationsaufwand für die lokale IT sichern.

Zusammenarbeit von Konzeption bis Livebetrieb

Mit der simplinic.Patiententransport-Software sollen die Prozesse im Krankenhaus optimiert werden, was auch den Patient*innen zugute kommt, da sie mit weniger Wartezeiten zu kämpfen haben. Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift, welches über 351 Betten verfügt, hat von Beginn an alle Prozessbeteiligten in die Produktentwicklung eingebunden. So gaben Funktionsdienst, Stationen, Transporteure und IT in mehreren Entwicklungsschritten den Simplinic-Produktentwicklern Feedback.

In der Pilotphase wurden die Transporte zwischen der Radiologie und zwei Stationen im Realtbetrieb getestet. Bis Ende des Jahres sollen alle Funktionsbereiche und alle Stationen die neue Software nutzen können, die von den Pflegekräften über das normale Krankenhaus-Informations-System aufgerufen werden kann. Die Transporteure haben alle IPODS erhalten, auf denen sie unterwegs die wartenden Aufträge sehen und annehmen können.

Kommunikation mit den Stationen entscheidend

Die Software stößt insbesondere bei den Transporteuren auf hohe Akzeptanz, auch weil sie die Software mitentwickeln konnten. Dabei wurden sowohl Expertenmeinungen eingeholt, als auch Daten der Nutzung von Prototypen ausgewertet. „Früh wurde klar, dass es nicht um die Optimierung des Transportes alleine geht“, so Steffen Geyer, Gründer von Simplinic. „Wenn die Station nichts von einem konkreten Transport weiß, nützt die Pünktlichkeit des Transporteurs gar nichts“.

Belohnt wurde die schrittweise Entwicklung in der Praxis durch Erreichen eines wichtigen Ziels: „Die Transportaufträge werden im System in einem Pool gespeichert, der Transporteur teilt sich den nächsten oder eiligsten Auftrag zu und bestätigt den Auftrag. Dadurch herrscht Transparenz für alle beteiligten Abteilungen“, so das Resümee von Laila Wahle, Klinikmanagerin beim Krankenhaus Reinbek. „Nach weniger als sechs Monaten Zusammenarbeit läuft das Produkt nun im Echtbetrieb“.

Die vereinbarte Zusammenarbeit sieht in den nächsten Monaten vor, die algorithmische Steuerung mit adaptiver Wegstreckenoptimierung auszubauen, Transporte mit mehreren Übergabepunkten zu etablieren und über Dashboards alle Live-Daten für die Optimierung von Pünktlichkeit zur Verfügung zu stellen.

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