
Wie können die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) noch besser für die Gesundheitsversorgung genutzt werden? Daran arbeiten künftig Forschende der Informatik und Medizin aus Hannover, Göttingen und Braunschweig gemeinsam. In dem neuen Forschungszentrum für KI und kausale Methoden in der Medizin (CAIMed – Lower Saxony Center for Artificial Intelligence and Causal Methods in Medicine) sollen innovative Methoden und Anwendungen entwickelt werden.
Konzentrieren wollen sie sich auf die medizinischen Schwerpunkte Onkologie, Herz-Kreislauf- und Lungenmedizin sowie Infektionsmedizin. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung stellen dafür in den nächsten fünf Jahren 15 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Programm „Zukunft.niedersachsen“ bereit. Die Sprecherfunktion übernimmt Prof. Dr. Wolfgang Nejdl vom Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover (LUH).
Es entsteht ein einzigartiger Leuchtturm für die Forschung zur Künstlichen Intelligenz und personalisierten Medizin.
„Im niedersächsischen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und kausale Methoden in der Medizin entwickeln wir innovative Methoden für eine verbesserte und personalisierte Gesundheitsversorgung“, so Neijdl. Die Forscherinnen und Forscher wollen Lösungen für globale Herausforderungen liefern. Die Vernetzung der Standorte der methodischen KI-Forschung, datenintensiven Medizin, Medizininformatik und medizinischen Grundlagenforschung bezeichnet er als einzigartigen Leuchtturm.
Über CAIMed
Die Wissenschaftler*innen des CAIMed kommen von den folgenden Standorten: Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover, Medizinische Hochschule Hannover, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig/Center for Individualized Infection Medicine (CiiM) sowie Georg-August-Universität Göttingen/Campus Institut Data Science (CIDAS) und Universitätsmedizin Göttingen.
Das Forschungszentrum startet mit zwölf methodenorientierten Nachwuchsgruppen aus den genannten Universitäten. Jede Gruppe besteht aus 24 wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Organisiert sind die Gruppen in vier methodischen Clustern: „KI und Semantik“, „KI und Entscheidungen“, „KI und Wirkstoffe“ und „KI und Signale“, jeweils mit Clustersprecher*nnen. Als Mentoren stehen erfahrene Forscher zur Verfügung.
Individuelle Bedarfe besser ermitteln
Mit der Digitalisierung ergeben sich gänzlich neue Potenziale zur Bewältigung von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und z.B. Alzheimer. Das Zentrum will daher auf die Verknüpfung von Forschungsdaten, klinischen Daten und Daten der Patientenversorgung sowie den Einsatz von KI und kausalen Methoden setzen. Letztere ermöglichen es, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung einer Krankheit zu untersuchen. Vorsorge, Diagnostik, Therapie und die Überwachung des Behandlungserfolgs könnten so effizienter und individueller werden.
Neben der Entwicklung steht für uns der Transfer in die klinische Anwendung im Fokus.
„Mit CAIMed setzt die niedersächsische Forschung die erforderliche fach- und methodenübergreifende Vernetzung ihrer Forschungsaktivitäten konsequent fort und führt die starken lebens- und datenwissenschaftlichen Kompetenzen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg enger zusammen“, sagt Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. KI und Maschinelles Lernen könnten neue Impulse für eine personalisiertere Medizin setzen. Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen, ergänzt: „Neben der Entwicklung von Methoden der Künstlichen Intelligenz steht für uns der Transfer in die klinische Anwendung im Fokus“. Ziel sei es, mit Hilfe von KI die Therapie von Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Konsortium
• Prof. Dr. Wolfgang Nejdl (Geschäftsführender Direktor, Forschungszentrum L3S, Leibniz Universität Hannover, Sprecher des Konsortiums CAIMed)
• Prof. Dr. Ramin Yahyapour (Geschäftsführende Leitung, Campus Institut Data Science (CIDAS) der Georg-August-Universität Göttingen)
• Prof. Dr. Niels Grabe (Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen)
• Prof. Dr. Dr. Michael Marschollek (Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover; Forschungszentrum L3S)
• Prof. Dr. Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig







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