Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

ModernisierungTI bekommt gebündelte Architektur auf Open Source Basis

Die Gesellschafter der Gematik haben einen Fahrplan für die Modernisierung der Telematikinfrastruktur in Auftrag gegeben. Zentrale Bausteine sollen künftig gebündelt bereitgestellt und der Übergang zur TI 2.0  beschleunigt werden.

Kleine Holzfiguren sind in einem Kreis angeordnet
Andrii Yalanskyi/stock.adobe.com
Symbolfoto

Die Gesellschafter der Gematik haben das Unternehmen beauftragt, einen Fahrplan für die Modernisierung der Telematikinfrastruktur (TI) zu erstellen. Zentrale Bausteine der TI sollen künftig gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden, statt sie wie bisher parallel zu entwickeln und zu betreiben.

Die TI bildet das digitale Rückgrat des Gesundheitswesens – für die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept und eine sichere Kommunikation. Damit sie auch bei wachsender Nutzung, durch weitere Anwendungen und neue Nutzergruppen zuverlässig funktioniert, muss sie nach Einschätzung der Gesellschafter technisch vereinfacht und in der Verantwortung klarer aufgestellt werden. Gerade die Frage nach klareren Zuständigkeiten dürfte für Kliniken und ihre IT-Verantwortlichen von besonderem Interesse sein.

Souveräne Plattform auf Open-Source-Basis

Für die TI soll eine souveräne Plattform-Architektur auf Open-Source-Basis aufgebaut werden. Geplant ist unter anderem, dass Fachdienste wie das E-Rezept auf eine gemeinsame, leistungsfähige Plattform zugreifen, statt auf jeweils vollständig eigene technische Infrastrukturen. Die Cloud diene dabei als flexible und sichere Betriebsumgebung. Für Anwendungen mit direktem Kontakt in die Versorgung – etwa Softwaresysteme oder Kassen-Apps – soll so eine einheitliche Basis entstehen, die nach Darstellung der Gematik Wettbewerb und Innovation in Deutschland stärkt.

Beschleunigter Übergang zur TI 2.0

Voraussetzung dafür ist ein beschleunigter Übergang zur TI 2.0. Das bedeutet weniger Spezialhardware, mehr mobile Nutzung, digitale Identitäten und moderne Sicherheitsstandards. Die Umstellung läuft bereits und wird schrittweise fortgesetzt. Nutzende sollen von einer leistungsstärkeren TI profitieren, die den modernsten Sicherheitsanforderungen entspricht. Im nächsten Schritt will die Gematik den konkreten Umsetzungsplan gemeinsam mit Gesellschaftern und Partnern erarbeiten. Er soll sowohl die beschleunigte Umstellung auf die TI 2.0 als auch den Aufbau der neuen Plattform umfassen.

Die Weichenstellung fällt in eine Phase intensiver Branchendebatten über Struktur und Rolle der TI. So forderte zuletzt der Bundesverband Gesundheits-IT (Bvitg) in seinem Positionspapier zum geplanten Gesetz für digitale Versorgung und Gesundheitsdatenraum, die technische Komplexität der TI zu senken und die Gematik konsequent auf ihre Funktion als neutrale Rahmengeberin auszurichten. Auch der Referentenentwurf zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) sieht zusätzliche operative Befugnisse für die Gematik vor – etwa bei der Steuerung zentraler TI-Komponenten und beim Eingreifen bei Störungen.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen

Doctolib GmbH

Doctolib Hospital – Mit Digitalisierung zu mehr Effizienz und Erfolg! 

Die Software von Doctolib schafft einen…