
Es hatte sich bereits angedeutet: Nach dem offenen Bruch der Messe Berlin mit dem Branchenverband Bvitg zieht die DMEA im kommenden Jahr nach München um. Zudem kommt es zur direkten Konfrontation mit der neuen Messe „Smart Health Europe“, die die Messe Berlin und der Branchenverband Bitkom zeitgleich im nächsten Jahr in Berlin starten wollen.
DMEA
Die DMEA in Berlin verzeichnete 2025 einen Besucherrekord und ist bislang Europas größte Fachmesse für Gesundheits-IT. Im vergangenen Jahr besuchten 20.500 Teilnehmende die Leistungsschau in den Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Rund 900 Aussteller aus knapp 30 Ländern präsentierten dort ihre Lösungen. Veranstalter ist der Bundesverband Gesundheits-IT (Bvitg) mit Sitz in Berlin.
„Mit diesem Messestandort schaffen wir nichts weniger als das Epizentrum der digitalen Gesundheitsversorgung in Europa. Industrie, Forschung und Selbstverwaltung bündeln hier ihre Kompetenzen gezielt zum Vorteil der Patienten“, teilt Bvitg-Vorsitzender Matthias Meierhofer mit.
Mit diesem Messestandort schaffen wir nichts weniger als das Epizentrum der digitalen Gesundheitsversorgung in Europa.
Auch die Münchner Messer freut sich über den eigentlichen unerwarteten Zuzug der Messe an die Isar. „Die DMEA steht für Qualität, Kompetenz und Innovationsaustausch auf höchstem Niveau. Wir freuen uns, die Veranstaltung gemeinsam mit dem bvitg und der gesamten Branche in München weiterzuentwickeln“, erklären die beiden CEOs der Messe München, Dr. Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel.
Unternehmen folgen DMEA an die Isar
Für die Messe in München erwartet der Bvitg mehr als 20.000 Besucher und rund 800 Aussteller. Nach kma-Informationen haben sehr viele bisherige Aussteller (viele davon Mitglieder) dem Branchenverband signalisiert, ihm in die bayerische Hauptstadt zu folgen. „Die DMEA steht für eine digitale Gesundheitsversorgung, die überall in Deutschland spürbar besser wird – nicht nur in der Hauptstadt“, so Bernhard Calmer, Geschäftsführer und CEO bei CGM Clinical Europe GmbH.
Neben Compugroup bestätigte auch Dedalus auf Nachfrage von kma, der DMEA nach München zu folgen. Damit kommt es nun zum Show-Down der beiden Messen. Folgen die Aussteller tatsächlich zum überwiegenden Teil der DMEA, dürfte der Start der „Smart Health Europe“ unter keinem guten Stern stehen. In diesem Fall müssten sich die Berliner Messe und die Berliner Lokalpolitik die Frage gefallen lassen, ob dieser Bruch wirklich eine kluge Entscheidung war.
Schwelender Konflikt
Der Bvitg verhandelte nach dem Bruch mit der Messe Berlin mit vier Messeanbietern in Deutschland. Der Standort München mit seinen vielen Hochtechnologieunternehmen und seiner räumlichen Nähe zum DACH-Raum bekam schließlich den Zuschlag. Der Bruch mit der Messe Berlin hatte sich schon länger angedeutet, denn die Vorstellungen der Partner gingen offenbar immer stärker auseinander. So wollte die Messe Berlin nach kma-Informationen die Messe deutlich internationaler aufstellen und mit einer neuen Health IT-Messe in Asien koppeln – so wie es jetzt in der Kooperation mit Bitkom mit einer Messe in Singapur vorgesehen ist.
Zudem ist hinter den Kulissen zu hören, dass die Messe Berlin gern Zugriff auf die Marke „DMEA“ bekommen hätte, was der Bvitg abgelehnt haben soll. Im Gegenzug wuchs bei dem Verband die Verstimmung über die schleppende Weiterentwicklung der DMEA am Standort Berlin.









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