
Die DMEA 2027 findet statt, nur nicht mehr in Berlin. Die Mitteilungen der Messe Berlin und des Bvitg (Bundesverband Gesundheits-IT) haben viele aus der Branche überrascht. Die DMEA wird vom Bvitg veranstaltet und wir machen dies seit 2008 (damals noch als conhIT) in Berlin. Ich habe einmal eine KI angeworfen: 2008 kam das „iPhone 3G“ auf den Markt, es gab die Lehman-Pleite, Obama wurde Präsident, Google Chrome wurde released. Das ist alles lange her und doch sind all diese Ereignisse und ihre Folgen nicht in Stein gemeißelt. Der Termin im April steht aber so fest in den Kalendern aller, die sich mit digitalen Gesundheitsthemen beschäftigen, dass es daran nichts zu rütteln gibt. Vermeintlich.
Schließlich ist die DMEA die größte und wichtigste Veranstaltung zur Health IT in Europa und auch der Veranstaltungsort hat daran seinen berechtigten Anteil. Danke Berlin, ick find dir wunderbar. Gleichzeitig denken wir als Veranstalter in all diesen 18 Messejahren in Berlin permanent über inhaltliche Erweiterungen, neue Konzepte, Kongressformate, Strategien und Internationalisierung nach. Der Kongressanteil ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, es gibt im Jahr 2026 über 470 Speaker. Wir haben die DMEA Sparks im Programm, die vor allem die so elementaren Themen der Nachwuchstalente in den Fokus nimmt.
Neue Health-IT-Messe in Berlin
Die Nachricht erwischte die gesamte Health-IT-Branche auf dem falschen Fuß. Die Messe Berlin und der DMEA-Veranstalter Bvitg beenden ihre Zusammenarbeit, die diesjährige Veranstaltung wird die letzte am Standort Berlin sein. Ab nächstem Jahr soll dann in den Berliner Messehallen erstmals die „Smart Health Europe“ stattfinden, die gemeinsam von der Messe Berlin und dem Digitalverband Bitkom veranstaltet wird. Die von der Messe vollmundig angekündigte „neue Leitveranstaltung für Digital Health“ soll exakt in dem Zeitfenster (13. bis 15. April 2027) stattfinden, in das bisher die DMEA in Berlin fiel. Die neue Messe soll internationaler aufgestellt werden und wird gemeinsam mit der „Smart Health Asia“ aus der Taufe gehoben, die erstmals im Juli 2026 in Singapur stattfinden soll. Inhaltlich sollen nahezu deckungsgleich die Digitalisierungsthemen adressiert werden, die auch die DMEA bislang abdeckt.
Und was wird aus der DMEA? Die wird es weiterhin geben, verspricht der Bvitg – nur an einem anderen Standort in Deutschland. Bvitg-Vorstandschef Matthias Meierhofer dankte zwar in einer Mitteilung der Messe Berlin „für die professionelle Begleitung und die verlässliche, partnerschaftliche Unterstützung“, aber es ist offensichtlich, dass beide nicht im Konsens voneinander scheiden werden. Nun wird es spannend. Werden die bisherigen Industriepartner der DMEA zur Smart Health Europe wechseln oder bleiben sie der DMEA treu? Und was passiert, wenn die DMEA im Messekalender auch am neuen Standort den April wählt? Eines dürfte allen Beteiligten wohl klar sein: Für zwei thematisch gleiche Messen zum gleichen Zeitpunkt dürfte in Deutschland kein Platz sein.
Guntram Doelfs, kma
Messeplatz Berlin an Grenzen gekommen
Die DMEA ist eine sehr starke Marke im deutschsprachigen Raum und sie hat europäische Relevanz. So ist auch unser englischsprachiger Teil zunehmend gewachsen und wir werden ihn für unsere weltweiten Besucherinnen und Besucher und Ausstellenden stetig erweitern. Es gibt bei den Kolleginnen und Kollegen des Bvitg noch viel mehr Ideen, um unseren derzeit 870 Ausstellern und über 20.000 Besucherinnen und Besuchern das beste Healthcare-IT-Event des Jahres zu bieten. All das geht nun nicht mehr am Messeplatz in Berlin, denn er ist an seine Grenzen gekommen.
Neuer Standort wird bald verkündet
Für mich bedeutet es, dass ich mich von liebgewonnen Ritualen trennen werde. Ich als Berliner werde nicht mehr mit der S3 zum Messegelände fahren und die Messeparty wird dann eben auch nicht mehr im Metropol stattfinden (ich weiß, dass daran so einige Erinnerungen hängen). Mit hübschen Ritualen treiben wir aber nicht den Wandel und die digitale Transformation voran. Wir genießen in diesem Jahr zum letzten Mal die Currywurst, sicherlich auch mit einem weinenden Auge und einer lauten Abschiedsparty, bei einer proppenvollen DMEA 2026. Und wir freuen uns wirklich maximal auf das neue Konzept am neuen Standort, den wir sehr bald verkünden werden, damit für alle die Planungen direkt starten können.
DMEA zieht weiter, der Verband bleibt in Berlin
Aber keine Sorge, wir schneiden nicht gleich alle Zöpfe ab: Der Bvitg behält sein Hauptquartier in Berlin und es ist weiterhin unser Selbstverständnis, auch und vor allem der Bundespolitik und Selbstverwaltung als kompetenter Partner bei Healthcare-IT Themen zu sein. Und: Die DMEA wird auch weiterhin DMEA heißen.








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