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BenachrichtigungenDiese Funktion soll die ePA pushen

Die ePA bleibt ein Sorgenkind. Die meisten gesetzlich Versicherten nutzen den digitalen Speicher für ihre Gesundheitsdaten bisher nicht aktiv. Nun plant das Gesundheitsministerium eine neue Funktion. Bringt sie den Durchbruch? 

Telemedizin
greenbutterfly/stock.adobe.com
Symbolfoto

Die neuen elektronischen Patientenakten (ePA) sollen für Versicherte attraktiver werden. Ab Herbst soll es in der App eine Funktion mit Push-Benachrichtigungen geben, wie das Bundesgesundheitsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen antwortete. „Dadurch erhalten Versicherte umgehend die Information zu neuen Dokumenten und Inhalten in ihrer ePA und können sich aktiv damit befassen.“ Ab Jahresende soll für Ärzte außerdem eine Volltextsuche verfügbar sein, was einen großen Mehrwert im Praxisalltag biete.

Rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen, was man für sich auch ablehnen kann. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und soll auch zu besseren Behandlungen beitragen. 

Die Push-Funktion werde die Nutzungsmöglichkeiten der App weiter verbessern und somit die aktive Nutzung der ePA fördern, erläuterte das Ministerium. Damit könnten Kassen auch Erinnerungsmöglichkeiten für Versicherte integrieren.

„Kein Digitalisierungsdurchbruch“

Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen kritisierte, die Ankündigungen könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die E-Akte unter Ministerin Nina Warken (CDU) in ihrem ersten Amtsjahr kaum substanziell vorangekommen sei. „Solange der Zugang kompliziert bleibt und zentrale Funktionen fehlen, werden Push-Nachrichten die Nutzung nicht entscheidend erhöhen.“ Sie seien kein Digitalisierungsdurchbruch. Der eigentliche Nutzen der ePA entstehe erst, wenn relevante medizinische Inhalte strukturiert und verständlich verfügbar sind. Das verschiebe die Bundesregierung aber weiter in die Zukunft.

Bisher nutzen Millionen Versicherte ihre E-Akte nicht aktiv für sich selbst, um eigene Daten anzusehen oder auch sensible Inhalte zu sperren. Mit Stand Ende Oktober hatten der Regierungsantwort zufolge 3,89 Millionen Versicherte eine digitale Gesundheits-Identität, die ihnen Zugriff auf ihre ePA ermöglicht. Dabei gilt: Man kann sich einloggen, muss es aber nicht. Für das erste Verwenden der App müssen Versicherte sich einmal identifizieren und freischalten lassen.

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