
Das Startup Recare hat seine neueste Finanzierungsrunde in Höhe von zwei Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen und sich seit Gründung somit bereits eine Summe von insgesamt fast sechs Millionen Euro sichern können. Die Runde wurde von dem auf Startups im Gesundheitsbereich spezialisierten Fonds BKX angeführt und durch diverse Altgesellschafter ergänzt. Aus dem bestehenden Gesellschafterkreis investieren der Thieme Verlag, Petra Becker (Eigentümerin Dr. Becker Klinikgruppe) und Tech Beteiligungen sowie auch die bekannten Berliner Business Angel Niklas Östberg und Dr. Oliver Pabst. Letztere sind bereits seit der Pre-Seed-Runde dabei.
Das Berliner Unternehmen begann 2020 damit das Entlassmanagement für Patienten aus dem Krankenhaus mit einem B2B-Marktplatz zu digitalisieren. Dadurch soll eine effiziente Koordination von Versorgung nach dem Akutaufenthalt in den Bereichen Pflegeüberleitung, Krankenhausverlegung, Anschlussheilbehandlung sowie die damit verbundene Organisation von Krankenbeförderung und medizinischen Hilfsmitteln ermöglicht werden. Mit mehr als 440 Akut- und Rehakliniken sowie über 13 000 weiteren Leistungserbringern ist Recare damit die größte digitale Plattform dieser Art gemessen an der Anzahl der aktiven Vertragspartner in Deutschland.
Ausbau der Plattform in Deutschland und Frankreich
In 2020 wurde die Recare-Plattform über den initialen Anwendungsfall Entlassmanagement hinaus weiterentwickelt und wird ein umfassendes Tool für die digitale Koordination von Versorgungspfaden. So nutzen zum Beispiel mittlerweile auch Pflegestützpunkte oder gesetzliche Krankenkassen die Plattform, um Versorgung zu organisieren. Außerdem wurde eine Tochterfirma in Frankreich zur Internationalisierung des Geschäftsmodells gegründet, wo der Corona-Krise zum Trotz die Zusammenarbeit mit dem größten Krankenhauskonzern des Landesgestartet werden konnte.
Insgesamt konnte Recare in 2020 den Umsatz in einem schwierigen Martkumfeld signifikant steigern und damit unter Beweis stellen, wie zukunftsfähig und nachgefragt das Geschäftsmodell am Markt ist. Das Kapital der neuen Runde wird für die operative Skalierung der Plattform in Deutschland angesichts einer einmaligen Marktopportunität durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), einem 4,2 Milliarden Euro Förderpaket für die Digitalisierung in Krankenhäusern, sowie den weiteren Aufbau des Geschäfts in Frankreich verwendet. Außerdem wird in den Ausbau der Plattform für eine stärkere Integration von Kostenträgern investiert.






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