Dokumentation

Spracherkennung verbessert die Qualität der erfassten Informationen

Dokumentation ist alles. Durch den Einsatz moderner Spracherkennung sparen Krankenhäuser dabei nicht nur wertvolle Zeit, sondern verbessern auch die Qualität der erfassten Informationen.

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Technologien zur Spracherkennung können den Klinik-Alltag erleichtern.

Läuft alles glatt, verstehen sich Arzt und Software sofort. „Wer normal spricht, erzielt in der Regel aus dem Stand heraus ein gutes Ergebnis und sieht es gewissermaßen in Echtzeit vor sich“, sagt Frederik Brabant. Wenn sich Mensch und Technik dann individuell kennenlernen, geht es meist um Fachbegriffe, „um die Tiefe“, betont Brabant. Der Facharzt für Sportmedizin ist überzeugt von den Vorteilen der Spracherkennung und betont ihre Relevanz für den Berufsalltag von Ärzten.

Als Chief Medical Information Officer (CMIO) für den Technologiekonzern Nuance Communications gibt Brabant den Mittler zwischen IT-Abteilungen und medizinischen Fachkräften und begleitet die Entwicklung neuer Spracherkennungslösungen. Die bietet das Unternehmen für Ärzte in 22 Sprachen an. Weltweit kommen sie Nuance zufolge mittlerweile in mehr als 10 000 Einrichtungen zum Einsatz, wo gut 450 000 Benutzer mit ihnen arbeiten.

Dank Spracherkennung wird umfangreicher dokumentiert

Die Vorteile der vergleichsweise jungen Technologie sind vielfältig. Ärzte und klinisches Personal werden entlastet, die Qualität der Dokumentation steigt, denn dank der Spracherkennung wird umfangreicher dokumentiert, und die Nutzer sind dabei zufriedener, als wenn sie die Daten per Tastatur erfassen. Das jedenfalls ergab eine Testreihe an der Uniklinik Düsseldorf. Demnach erhöht die Internet-basierte automatische Spracherkennung die Geschwindigkeit, Länge und Vollständigkeit der medizinischen Dokumentation deutlich. Der Dokumentationsprozess etwa wurde im Durchschnitt um 26 Prozent beschleunigt. Das könnte Klinikverantwortliche aufhorchen lassen, schließlich verbringen Ärzte einer anderen Studie von HIMSS und Nuance zufolge im Durchschnitt 44 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Erstellen, Überprüfen und Aktualisieren von Dokumentation.

Die Malteser-Häuser in Duisburg haben bereits reagiert und Spracherkennung eingeführt. Die Laufzeit für Arztbriefe und für Befunde sei deutlich verkürzt worden, sagt Oberarzt Fabian Geis von der Malteser Rhein-Ruhr gGmbH: „In der Inneren Medizin konnten wir früher lediglich der Hälfte der entlassenen Patienten einen finalen Brief mitgeben, heute liegt die Quote bei 85 Prozent. Dazu benötige ich pro Dokument weniger Zeit.“ Für die Spracherkennung nutzen die Malteser-Krankenhäuser Orbis Speech von Agfa HealthCare und haben das Rechenzentrum im Hintergrund so ausgelegt, dass 370 Ärzte problemlos gleichzeitig darauf zugreifen können, wie IT-Abteilungsleiter Mike Melcher betont.

Jeder muss sich auf individuelle Anpassung einlassen

Auch Benno Mann, Chefarzt der allgemeinen Chirurgie an der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum sieht deutliche Vorteile einer zeitnahen Dokumentation durch Spracherkennung bereits während einer Operation, Behandlung oder Visite: „Die offizielle Empfehlung für die Erstellung eines OP-Berichtes lautet: unmittelbar nach der OP. Denn das gesamte Geschehen soll dem Operateur noch sehr präsent sein, wenn er den Bericht verfasst.“ Dass viele Mediziner in anderen Häusern trotzdem weiter auf herkömmliche Diktiervarianten und ein Schreibbüro im Hintergrund setzen, habe oft mit falschen Erwartungen zu tun, ist Frederik Brabant von Nuance überzeugt: „Viele denken, dass ein Computersystem immer schon alles können muss. Doch die Systeme erkennen nur, was sie schon kennen.“ Zwar lernen sie ständig dazu, doch „auf die individuelle Anpassung muss sich jeder Nutzer einlassen“, betont Brabant.

Das Feintuning läuft in drei Schritten: Wird das Gesagte nicht erkannt, wird es über die Tastatur korrigiert. Hält sich der Fehler, wird der Begriff hinzugefügt und kann schließlich auch noch vorgesprochen werden. So feilen Mensch und Software gemeinsam am zentralen Erkennungsvokabular. Zudem arbeiten im Hintergrund Lernalgorithmen am individuellen Wortschatz.

Den vollständigen Artikel können Sie ab dem 20. Dezember hier lesen.

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