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RescueMe VRTK-App hilft beim Erlernen von Wiederbelebungsmaßnahmen

Nur wenige frischen nach dem ersten Erste-Hilfe-Kurs das Gelernte regelmäßig auf. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat dafür in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) die kostenlose Erste-Hilfe-App „TK-RescueMe VR“ entwickelt.

Wiederbelebung
Chalabala/stock.adobe.com

Symbolfoto

Da man in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtet ist, einen Erste-Hilfe-Kurs zu wiederholen, ist die Hemmschwelle eher hoch, regelmäßig einen Kurs zu besuchen. Auch sind Präsenzkurse durch die Corona-Pandemie und Abstandsregeln zurzeit nur erschwert durchzuführen. Daher hat die TK in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) eine Erste-Hilfe-App fürs Smartphone (Android und Apple) entwickelt. Die Anwendung „TK-RescueMe VR“ wurde anlässlich des weltweiten „World Restart a Heart Day“ veröffentlicht und steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. 

Erste-Hilfe-Wissen nicht belastbar

Laut einer Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) haben 93 Prozent der Menschen in Deutschland nach eigenen Angaben schon mal an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen. Allerdings: Bei fast jedem Vierten (23 Prozent) ist das mehr als 20 Jahre her. Bei den älteren Menschen ab 60 betrifft das sogar fast jeden Zweiten (46 Prozent). Sieben Prozent der Menschen in Deutschland haben noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht.

Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Die meisten haben ihren letzten Erste-Hilfe-Kurs im Zusammenhang mit dem Führerschein gemacht. Doch das ist zu wenig. In Skandinavien lernen bereits Kindergartenkinder, wie Erste Hilfe funktioniert. Das zieht sich durch die Schule bis in die Arbeitswelt. Dieser selbstverständliche Umgang mit Erster Hilfe sollte auch bei uns in Deutschland wachsen. 10.000 Menschen könnten so jährlich durch Sofort-Maßnahmen in einer Notfallsituation gerettet werden.“

Lernen anhand von Virtual Reality

Mittels Virtual Reality lernt man in einem interaktiven Video die Herzdruckmassage unter Real- Bedingungen. Dazu braucht man nur ein Smartphone und ein sogenanntes Cardboard, das man bereits für ein paar Euros in Online-Shops erhält. Die Schulung dauert rund zehn Minuten. Professor Dr. Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des GRC: „Mit Hilfe der App wird der Nutzer direkt in eine virtuelle Notfallsituation gebracht. Dort muss er unter Zeitdruck unter Anleitung eine Wiederbelebung ausführen. Durch die Simulation fühlt sich der Nutzer wie in einer echten Notfallsituation, dort geht es dann ja auch um jede Sekunde“, so Böttiger. „Die App ist nach den neuesten  medizinischen Erkenntnissen eingerichtet. So wird zum Beispiel auf die Mund-zu-Mundbeatmung verzichtet.“ Dr. Jens Baas ergänzt: „Die App ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Aber sie frischt altes Wissen auf und kann jederzeit genutzt werden, sowohl im privaten Bereich als auch in Unternehmen. Beispielsweise um die Ersthelfer in den Betrieben zu schulen - und zwar niedrigschwellig und ohne viel Aufwand. Durch den Gamification-Ansatz und die Echtzeitsimulation ist der Lerneffekt zusätzlich sehr hoch.“

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