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KI hilft chronisch ErkranktenUniklinik Frankfurt entwickelt Gesundheits-App für HIV-Infizierte

Die Goethe-Universität Frankfurt erhält 891 730 Euro aus dem Distr@l-Programm, um eine App zur Behandlung von HIV-Infizierten am Universitätsklinikum Frankfurt zu entwickeln.

COMTRAC HIV
Staatskanzlei / MinD

Das Projekt COMTRAC-HIV wird an der Goethe-Universität und dem Universitätsklinikum Frankfurt fächerübergreifend entwickelt.

Patintinnen und Patienten mit einer HIV-Infektion benötigen nicht nur eine medizinische Akuttherapie. Die Erkrankung erfordert auch eine lebenslange Therapiebegleitung im Alltag, regelmäßige Medikamenteneinnahme und oftmals wiederkehrende Termine in medizinischen Fachzentren.

In der ambulanten Therapie soll die Communication- und Tracing-App COMTRAC-HIV für HIV-Infizierte künftig auf einfache Weise für Kontaktmöglichkeiten und enge Therapiebegleitung sorgen. Das Land Hessen fördert die Entwicklung der Gesundheits-App mit 891 730 Euro aus dem Förderprogramm Distr@l. Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus übergab den Förderbescheid an Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, und Ulrich Schielein, Vizepräsident und CIO der Goethe-Universität Frankfurt.

Verbesserte medizinische Betreuung durch KI

Ziel der App ist es, die medizinische Betreuung von HIV-Patienten zu verbessern, Therapien weiterzuentwickeln und die neuen Angebote in einer Ausgründung (Spin-off) aus der Hochschule unternehmerisch zu verstetigen. HIV ist hierbei der erste Anwendungsfall von chronischen Erkrankungen. Ist die App technisch erfolgreich realisiert, sollen zukünftig weitere chronische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) integriert werden. Zudem soll sich der Austausch zwischen Patienten und ihren Behandelnden, aber auch der Austausch von Daten verbessern. Künstliche Intelligenz soll hierbei die Gesundheit von chronisch kranken Patienten verbessern – akut und präventiv.

Kontinuierliche Begleitung

COMTRAC-HIV soll eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) werden und eine nahtlose Therapiebegleitung durch kontinuierliche Symptom- und Vitaldatenübermittlung bieten. Dank einer auf einem Algorithmus basierenden Kontrolle von Parametern soll sie Alarm schlagen, sobald die Parameter nicht mehr stimmen. Erinnerungsfunktionen erleichtern die valide Selbstkontrolle. Zusätzlich sind die Patienten über die App kontinuierlich an das Behandlungszentrum angebunden, so dass eine schnelle Intervention durch medizinisches Fachpersonal und telemedizinische Interaktion, wie Chat und Videotelefonie, möglich sind.

Fächerübergreifende Entwicklung

Das Projekt wird an der Goethe-Universität und dem Universitätsklinikum Frankfurt fächerübergreifend an den Bereichen Infektiologie, Allgemeinmedizin, Versorgungsforschung, Wirtschaftswissenschaften, Medizininformatik und Digitalisierung entwickelt. Dabei werde das Ziel einer Verschmelzung von Digitalisierungspotenzialen, medizinischem Fachwissen und angewandter Wissenschaft verfolgt, heißt es im Projektantrag. Die Forschungsergebnisse nun im Rahmen der Förderung zu validieren, um im Anschluss eine Unternehmensausgründung zu realisieren, eröffne dem Universitätsklinikum ein neues strategisches Handlungsfeld und den Forschenden eine neue Berufsperspektive.

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