
Es sei „das richtige Krankenhaus im falschen Körper“, sagt Dr. Wolfgang Schell. Und damit beschreibt der Vorstand der Krankenhaus-Stiftung der Niederbronner Schwestern das Dilemma des Krankenhauses Zum Guten Hirten in Ludwigshafen wohl ganz gut. In absehbarer Zeit wird sich dessen „Körper“ nun jedoch entscheidend verändern.
Das Land Rheinland-Pfalz fördert den geplanten Erweiterungs-Neubau des Fachkrankenhauses mit rund 76,6 Millionen Euro. Kürzlich war Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) vor Ort, um medienwirksam den Bescheid über die erste Bewilligungsrate von 25 Millionen Euro zu übergeben. Das Großprojekt startet im April, und „bereits vor 2031“ wollen sich die Verantwortlichen mit dem Umzug der Stationen beschäftigen. Bis dahin entsteht ein Neubau mit einer Gesamtfläche von mehr als 16.000 Quadratmetern und einem Gesamtraumvolumen von über 60.000 Kubikmetern, was in etwa 60 Einfamilienhäusern entspricht, so das Krankenhaus.
Nächste Rate für Asklepios in Kandel
Einen ähnlichen Besuch absolvierte Schweitzer dieser Tage bei der Asklepios Südpfalzklinik Kandel, wo er eine weitere Bewilligungsrate von zehn Millionen Euro im Gepäck hatte. Die Klinik im Landkreis Germersheim behandelt jährlich rund 9600 Patienten und wird jetzt teilweise neu gebaut und erweitert. Das neue Gebäude beinhaltet medizinische Funktionen wie den OP-Bereich, die Notaufnahme und die Intensivstation und kostet rund 72 Millionen Euro, von denen das Land rund 64,9 Millionen Euro trägt.
Die Betonagearbeiten des ersten Bauabschnitts seien bereits weit fortgeschritten, heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung. Voraussichtlich im Februar werde Richtfest gefeiert. Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudeteils sei für Januar 2028 geplant. Das gesamte Projekt soll demnach bis zum vierten Quartal 2029 abgeschlossen sein.
Frank Lambert, Geschäftsführer der Asklepios Südpfalzkliniken, dankte Schweitzer für den wertschätzenden Austausch und die starke Unterstützung: „Wir schätzen das klare Bekenntnis zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung sowie die Unterstützung bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte.“
Viel mehr Platz für den „Guten Hirten“
Auch in Ludwigshafen ist man froh über die lange überfälligen Verbesserungen, die sich jetzt abzeichnen. Das aktuelle Gebäude des Krankenhauses Zum Guten Hirten aus den 30er- und 60er-Jahren war für einen Regelversorger gebaut worden. Den Anforderungen des jetzigen Fachkrankenhauses mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie mit Intensivmedizin entspricht es eigentlich nicht mehr, betont Stiftungsvorstand Schell – trotz der „mehreren Millionen aus Eigenmitteln“, mit denen in den vergangenen Jahren renoviert, energetisch saniert und auch immer wieder modernisiert worden sei.
Das bald startende Bauprojekt mit geplanten Gesamtkosten in Höhe von rund 89,2 Millionen Euro und einem Eigenanteil von etwa 12,6 Millionen Euro sei das größte in der Geschichte der Krankenhaus-Stiftung, die neben dem Haus in Ludwigshafen auch das Sankt Vincentius Krankenhaus in Speyer sowie drei Schulen für Pflegeberufe, Ergo- und Physiotherapie Speyer betreibt, heißt es weiter. Die Patienten des „Guten Hirten“ werden künftig ausschließlich in Ein-, und Zwei-Bettzimmern untergebracht. Zudem haben im Neubau ausreichend Büros für Ärzte und Therapeuten Platz.

Insgesamt wird das neue Fachkrankenhaus, in dem mehr als 300 Beschäftigte zuletzt mehr als 6000 Patienten stationär und ambulant versorgten, über 204 Betten und Plätze auf neun vollstationären Stationen sowie über eine psychiatrische Tagesklinik mit 34 teilstationären Plätzen verfügen. Das neue Bettenhaus besteht dann aus insgesamt sechs Geschossen mit der Möglichkeit, ein weiteres Vollgeschoss aufzustocken.
Ein technisches Highlight sei die nachhaltige, regenerative Energieversorgung – ein Pilotprojekt für Rheinland-Pfalz, betonen die Verantwortlichen. So werde beispielsweise die Wärme- und Kälteversorgung über Sole-Wasser-Wärmepumpen mit geothermischen Sondenfeldern realisiert – kombiniert mit einem Fernwärmeanschluss und einer Photovoltaikanlage. Heizung und Kühlung der Räume erfolgen demnach über energieeffiziente Heiz- und Kühldecken. In einem weiteren Bauabschnitt soll nach Abschluss des Neubaus das Bestandsgebäude saniert werden.







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