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NKG-Indikator 201660 Prozent der Kliniken in Niedersachsen stecken tief in der Krise

Deutlich mehr als die Hälfte der Krankenhäuser in Niedersachsen muss für 2016 mit einem existenzgefährdenden Geschäftsabschluss rechnen. Das ergab eine jetzt veröffentlichte Umfrage der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG).

"Die Probleme der Krankenhäuser sind auch durch die 'Reform der Krankenhausfinanzierung' im Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) bislang nicht gelöst", sagt NKG-Chef Hans-Heinrich Aldag. Eine Ursache sei, "dass der für Niedersachsen geltende Landesbasisfallwert zur Vergütung von stationären Krankenhausleistungen nach wie vor deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt". Das bedeute, dass die Krankenhäuser für medizinische und pflegerische Leistungen gleicher Qualität seit Jahren eine geringere Verfügung erhalten, als dies bei einer bundeseinheitlichen Bezahlung der Fall wäre.

Die NKG hat im Herbst des vergangenen Jahres 140 Kliniken befragt. Diesem "NKG-Indikator" zufolge konnte im Jahr 2015 rund die Hälfte der Krankenhäuser keine tragfähigen Ergebnisse erwirtschaften, in den ersten beiden Quartalen 2016 stieg die Zahl demnach auf mehr als 60 Prozent. Insgesamt sei die Lage in Niedersachsen damit erneut kritischer als die deutschlandweite Situation.

Die Kostenträger reagierten mit Verwunderung auf die Umfrage. Das Ergebnis stehe im Widerspruch zu bundesweiten Studien, wonach 70 Prozent der Häuser zuletzt schwarze Zahlen geschrieben hätten, sagte der Leiter der Landesvertretung der Ersatzkassen, Jörg Niemann, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

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