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Tarifverhandlungen„Akzeptabler Abschluss“ für Unikliniken im Südwesten

Nach einer kurzfristig einberaumten vierten Verhandlungsrunde konnten sich Verdi und der Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Universitätsklinika einigen. Neben Gehaltserhöhungen wird es Sonderzahlungen geben.

Universitätsklinikum Freiburg
Britt Schilling/Universitätsklinikum Freiburg
Das Universitätsklinikum Freiburg ist eines der Häuser für das Verdi verhandelt hat.

Noch vor wenigen Tagen drohte sich derTarifkonflikt bei den Unikliniken im Südwesten zuzuspitzen. Nun berichtet die Gewerkschaft Verdi nach einer kurzfristig anberaumten Verhandlungsrunde über ein Ergebnis. So zeigen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber nach dem spätabendlichen Durchbruch in der vierten Runde der Tarifverhandlungen für rund 26 000 Beschäftigte an den vier Unikliniken im Südwesten zufrieden.

„Dies ist ein hochgradig solidarischer Abschluss in historisch schwierigen Zeiten“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Irene Gölz laut Mitteilung. Der Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Uniklinika (AGU) teilte mit: „Trotz der angespannten finanziellen Lage der Uniklinika ist uns ein akzeptabler Abschluss gelungen.“

Spontane vierte Verhandlungsrunde

Zuvor hatten beide Seiten nach Verdi-Angaben Tabellensteigerungen für die Gehälter vereinbart, die bis zu zehn Prozent betragen. Sie würden ab Oktober 2023 wirken. Die Laufzeit beträgt nach diesen Angaben 19 Monate. Damit sei ein vor allem für die unteren Einkommensgruppen gutes Ergebnis erreicht worden, teilte Verdi mit.

Am Abend des 5. Dezember war den Angaben zufolge kurzfristig eine vierte Verhandlungsrunde anberaumt worden. Nach rund drei Stunden habe es dann den Durchbruch gegeben, teilte der AGU mit. Am 1. Dezember war die dritte Runde ohne Ergebnis abgebrochen worden, nachdem Verdi ein Angebot des Arbeitgeberverbandes abgelehnt hatte.

Tabellensteigerungen und Einmalzahlungen

Zusätzlich zu den vereinbarten Tabellensteigerungen kämen insgesamt 2400 Euro Einmalzahlungen hinzu, die je zu 1200 Euro im Dezember 2022 und März 2023 netto ausgezahlt werden sollen, „und damit die akuten Belastungen für die Beschäftigten durch drohende Nachzahlungen und Preissteigerungen ausgleichen können“, hieß es weiter. Laut AGU steht das Ergebnis noch bis zum 15. Dezember unter einem sogenannten Gremienvorbehalt.

Im Tarifkonflikt hatte die Gewerkschaft Verdi vor allem mit Verweis auf die hohe Inflation deutlich höhere Gehälter und rund 10,5 Prozent mehr Geld für Pflegekräfte und Beschäftigte in der Verwaltung gefordert. Verdi-Verhandlungsführerin Gölz betonte, je weniger die Beschäftigten verdienten, desto mehr seien sie durch die Inflation belastet. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir sowohl bei den Tabellenerhöhungen als auch bei den Einmalzahlungen ausschließlich Festbeträge vereinbaren und für die Azubis nochmals überproportional Erhöhungen durchsetzen konnten.“

Abschluss „wirtschaftlich vertretbar“

Auch Azubis und Sozialarbeiter bekommen nach Angaben von Verdi mehr Geld. Für Erstere gibt es demnach zunächst eine Einmalzahlung in Höhe von 900 Euro noch im Dezember 2022. Außerdem bekommen sie ab April 2023 monatlich 115 Euro netto mehr, die ab dem 1. Mai 2024 mit 150 Euro tabellenwirksam werden. Für die Sozialarbeiter habe Verdi eine höhere Regeleingruppierung vereinbart, die ihnen im Schnitt über 400 Euro mehr im Monat einbringe. Für die Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung bringe das Ergebnis eine auf 300 Euro verdoppelte monatliche Zulage ab Dezember 2022 und für Februar bis November 2022 eine Netto-Einmalzahlung von 3000 Euro.

Die AGU stellte heraus, der Abschluss biete eine schnelle, direkte Unterstützung für die Beschäftigten und behalte dabei besonders auch die unteren Entgeltgruppen im Blick. Zugleich sei er wirtschaftlich vertretbar.

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