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BilanzberichtAsklepios kämpft mit wirtschaftlicher Situation in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie schlägt sich beim Hamburger Klinikbetreiber Asklepios auch wirtschaftlich nieder. Von Januar bis September 2020 sank allein die Behandlungszahl um mehr als 30 Prozent.

Asklepios Kliniken Zentrale
Asklepios

Asklepios Kliniken Konzernzentrale in Hamburg.

Den norddeutschen Klinikbetreiber trifft die Corona-Krise wirtschaftlich hart. In den ersten neun Monaten sank die Zahl der behandelten Patienten in den Einrichtungen von Asklepios um mehr als 30 Prozent auf 1,25 Millionen Menschen, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Dabei ist die im Juli abgeschlossene Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum nicht berücksichtigt. Im Vorjahreszeitraum hatte Asklepios noch rund 1,86 Millionen Patienten versorgt. Gemeinsam mit Rhön zählt der Asklepios Konzern aktuell rund 32.508 Betten.

Identifizierte Ursachen

Das operative Ergebnis wurde vor allem dadurch belastet, dass sich viele Menschen aus Angst vor einer Ansteckung nicht in Kliniken trauen. Zudem wurden im Frühjahr medizinisch nicht zwingend nötige Operationen verschoben, um Platz für Corona-Patienten zu schaffen. Auch das wirkt sich in den Bilanzen aus, wenngleich staatliche Ausgleichszahlungen für Kliniken die Ausfälle mildern.

Ausblick in die Zukunft

Die Folgen der Corona-Pandemie seien für das übrige Geschäftsjahr das bestimmende Thema, erklärte Asklepios. Denn noch seien die Leistungen der Bundesländer für die Klinikbetreiber nicht abschließend geklärt.

"Die kommenden Monate werden für uns medizinisch und wirtschaftlich enorm herausfordernd bleiben", sagte Asklepios-Vorstandschef Kai Hankeln. Die aktuelle Lage erschwert die vorausschauende Planung.

Unabhängig der regulatorischen Beschränkungen und deren Einfluss auf die Vergütungsstruktur hat Asklepios angekündigt die Integration von Rhön voranzutreiben.

"Für uns ist daher eine tragfähige Vereinbarung essentiell, die Verabschiedung des Dritten Bevölkerungsschutzgesetzes ist zwar ein Anfang, aus unserer Sicht jedoch nicht ausreichend", betont Kai Hankeln, CEO des Asklepios Konzerns. "Umso wichtiger ist es daher für uns, dass wir uns gemeinsam mit Rhön auf verschiedensten Ebenen strategisch ergänzen, voneinander lernen und uns zusammen zum Wohle der Patienten und der Mitarbeiter stabil aufstellen."

Asklepios ist mit der Übernahme von Rhön im Juli 2020 zum zweitgrößten privaten Klinikbetreiber in Deutschland nach Fresenius Helios aufgestiegen. Gemeinsam kommen Asklepios und Rhön auf rund 32 508 Betten. In den ersten neun Monaten erzielte Asklepios gut drei Milliarden Euro Umsatz (Vorjahrszeitraum ohne Rhön: knapp 2,64 Milliarden Euro).

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