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Jahresabschluss 2025„Nur“ noch 121 Millionen Euro Verlust – die harte Vivantes-Sanierung

Mehr Behandlungen, mehr Umsatz und ein Defizit, das stärker als geplant verringert wurde – mit den Zahlen für 2025 sieht Vivantes-Chef Dr. Johannes Danckert ein Etappenziel der Sanierung erreicht. Doch das nächste Unheil droht bereits.

Vivantes Zentrale
Jan Röhl/Vivantes
Vivantes hat den Konzern-Umsatz 2025 um fast elf Prozent auf 1,842 Milliarden Euro gesteigert.

Mit einem Minus von 121 Millionen Euro steckt Vivantes weiter tief in den roten Zahlen. Für Dr. Johannes Danckert hat das kommunale Unternehmen im vergangenen Jahr dennoch „einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Sanierung“ geschafft. Zum einen hatte der Verlust im Jahr 2024 noch bei dem Rekordwert von 146 Millionen Euro gelegen. Zudem war das Minus im jetzt vom Aufsichtsrat bestätigten Jahresabschluss für 2025 immerhin 14 Millionen Euro geringer als der Planansatz.

So richtig freuen mochte sich der Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung dennoch nicht. Es drohten drastische Einschnitte in der Krankenhausfinanzierung, mahnt Danckert: „Sobald das Gesetz zur Beitragsstabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vorliegt, werden wir mit unseren Gremien und unserem Gesellschafter neu bewerten müssen, wie die Einsparungen sich auf die Sanierung von Vivantes auswirken und wie wir damit umgehen.“

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Bislang liege Vivantes bei seiner Neuausrichtung und Sanierung deutlich über Plan, teilt der Klinikkonzern weiter mit. Neben dem stärker als geplant verringerten Defizit seien die Zahl der Behandlungen und der Umsatz deutlich gestiegen, heißt es. In den Krankenhäusern von Vivantes wurden 2025 demnach insgesamt 583.339 Fälle behandelt – 377.061 ambulant und 206.278 stationär. Das waren fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Inklusive der MVZ waren es 756.452 Fälle. Die Zahl der Operationen stieg dem Unternehmen zufolge um vier Prozent auf 95.611.

Der Konzern-Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um fast elf Prozent von 1,662 auf 1,842 Milliarden Euro gestiegen. In Neubau und Sanierung seiner Kliniken investierte Vivantes insgesamt 151 Millionen Euro, 17 Millionen mehr als im Vorjahr. Mit 91 Millionen Euro stammte der größte Teil der Investitionen aus Eigenmitteln.

Den Angaben zufolge arbeiteten Ende 2025 insgesamt 20.649 Menschen bei Vivantes – 469 mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte der Belegschaft – 10.505 Personen – ist im Pflege- und Funktionsdienst tätig. Aktuell gehören acht Klinika und ein Fachkrankenhaus für Geriatrie zu Vivantes. Zusammen haben sie 5928 Betten (davon 1605 in der Psychiatrie und 148 im Ida-Wolff-Krankenhaus für Geriatrie.

Vivantes Tochterunternehmen

  • 18 Pflegeeinrichtungen und vier Kurzzeitpflege-Einrichtungen mit insgesamt 2362 Plätzen und 830.566 Pflegetagen im Vivantes Forum für Senioren
  • Ambulante Rehabilitation mit 220 Plätzen und 46.076 Behandlungstagen in den Abteilungen Orthopädie, Kardiologie, Onkologie und Neurologie
  • Gastronomie mit neun Bistros, drei Shops und vier Cafés versorgt Mitarbeitende, Patienten und Bewohner der Pflegeeinrichtungen mit 7,4 Millionen Mahlzeiten im Jahr.
  • 13 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit mehr als 80 Facharztpraxen und 400 Beschäftigten, darunter 130 Fachärzte und Psychotherapeuten, sowie 181.819 Behandlungsfällen.
  • VivaClean Nord und Süd reinigten insgesamt 663.052 Quadratmeter Gebäudeflächen und pflegten 910.300 Quadratmeter Grünanlagen.
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