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Compliance-VorwürfeEine Sorge weniger für Vivantes

Mitten in seiner Sanierung kann Vivantes zumindest eine bedrückende Altlast ablegen: Ein Verdacht wegen Bestechlichkeit wurde nicht bestätigt. Wirtschaftlich peilt der Konzern für 2026 eine neue Rekordmarke an.

Rettungsstelle Vivantes
Kevin Kuka/Vivantes
Der Vivantes-Konzern – hier eine Notaufnahme in Berlin – hat die Zwischenziele seiner Sanierung erreicht.

Die anonymen Hinweise reichen in das Jahr 2022 zurück. Angeblich sollte es beim Berliner Vivantes-Konzern Compliance-Verstöße im Baubereich gegeben haben. Diese seien nunmehr aufgearbeitet, teilt Vivantes mit – und ein Fehlverhalten habe abschließend ausgeschlossen werden können. Entsprechend habe die Gesellschafterversammlung die aktuelle Geschäftsführung formal entlastet.

Den Angaben zufolge hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen einen ehemaligen Vivantes-Mitarbeiter wegen Bestechlichkeit bereits im Sommer 2025 mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Die Hinweise wegen Unregelmäßigkeiten bei Auftragsvergaben seien „umfangreich durch externe Anwaltskanzleien untersucht“ worden, so Vivantes. Im Ergebnis habe das Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung der Einhaltung des Vergaberechts und der Compliance umgesetzt.

Compliance-Abteilung neu aufgestellt

Dazu gehören demnach unter anderem die strikte personelle Trennung der Zentralen Vergabestelle vom Ressort Bau sowie zusätzliche interne Qualitätssicherungen der Vergaben durch die Zentrale Vergabestelle und die Rechtsabteilung. Zudem sei die Compliance-Abteilung personell „völlig neu aufgestellt“ worden, heißt es in der Mitteilung. Weitere anonyme Vorwürfe wegen angeblichen Fehlverhaltens von anderen Beschäftigten seien bereits im Jahr 2024 abschließend untersucht worden.

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Die Geschäftsführung habe die Vorwürfe unmittelbar nach deren Bekanntwerden und „zu jeder Zeit sehr ernst genommen und eine umfangreiche Aufarbeitung angestoßen“, erklärt Aufsichtsratschef Prof. Joachim Breuer: „Diese ist nunmehr abgeschlossen und Vivantes im Ergebnis im Hinblick auf die Themen Vergabe und Compliance sehr gut und regelkonform aufgestellt.“

Sanierung: Zwischenziele erreicht

Darüber hinaus stimmte der Aufsichtsrat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2025 auch dem Wirtschaftsplan für 2026 zu. Demnach soll der Umsatz des größten kommunalen Klinikkonzerns in Deutschland im Jahr 2026 erstmals die Schwelle von zwei Milliarden Euro erreichen. Der Wirtschaftsplan folge weiter dem im Juli 2024 verabschiedeten Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept, das eine deutliche Reduktion des Jahresfehlbetrags über mehrere Jahre vorsehe. Zumindest in den vergangenen zwei Jahren, so Vivantes, seien „diese Ziele vollständig realisiert“ worden.

Für 2024 hatte Vivantes seinen Umsatz schon auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert, allerdings ein Rekorddefizit von 146 Millionen Euro ausweisen müssen. Deshalb hatte die Führung dem Konzern bereits im Sommer 2024 einen harten Sanierungskurs verordnet. Dadurch soll das jährliche Defizit bis zum Jahr 2029 um 110 Millionen Euro sinken, hatte Vivantes, wie berichtet, im vergangenen Jahr verkündet. Dr. Johannes Danckert, der Vorsitzende der Geschäftsführung, hatte zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgerufen und erklärt, vieles müsse sich ändern, „damit Vivantes bleibt, was es ist“.

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