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Millionen-FehlbetragEnzkreis-Kliniken bleiben Sorgenkind der RKH Gesundheit

Nach dem reinen Blick auf die Zahlen hat sich die Lage an den Enzkreis-Kliniken dramatisch verschlechtert. Das Jahresergebnis weist ein Defizit von mehr als 5,6 Millionen Euro aus, ein Jahr zuvor waren es noch rund 3,28 Millionen Euro. Die Verantwortlichen sind trotzdem zuversichtlich.

RKH Krankenhaus Neuenbürg
RKH Kliniken

Die Enzkreis-Kliniken – hier der Standort Neuenbürg – weisen ein Millionen-Defizit aus.

Für den baden-württembergischen Klinikverbund RKH Gesundheit sind die Enzkreis-Kliniken (EKK) seit ihrer Aufnahme im Jahr 2005 keine Gewinnbringer. 2021 rutschten alle drei Standorte wieder tiefer in die roten Zahlen: Im RKH Krankenhaus Mühlacker lag das Minus bei rund 2,29 Millionen Euro, im RKH Krankenhaus Neuenbürg bei rund 2,64 Millionen Euro und in der RKH Geriatrischen Rehabilitationsklinik Mühlacker bei 705 995 Euro. Den Hauptgrund sehen die Verantwortlichen in der Coronapandemie. Auch im zweiten Corona-Jahr seien die EKK nicht ausreichend für die erbrachten Vorhalte- und Versorgungsleistungen vergütet worden. Zwar seien 2021 trotz Krise rund 20 000 Patienten stationär und ambulant versorgt worden, dennoch sei ein Fehlbetrag von etwa 5,6 Millionen Euro entstanden.

Hospitality-Projekt in Neuenbürg

Vor allem für das kleinere Haus in Neuenbürg (82 Betten) betont die Klinikleitung „eine signifikante Steigerung der Belegungszahlen insbesondere im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie“. Weil voraussichtlich Personal der vor der Schließung stehenden Sana Kliniken Bad Wildbad gewonnen werden könne, werde eine weitere Steigerung der Belegungszahlen ab September anvisiert, heißt es. Zudem wurde in Neuenbürg ein Pilotprojekt für stationäre Versorgung auf Vier-Sterne-Niveau gestartet. Ziel sei es, Patienten vor, während und nach der Operation auch eine „Hotelleistung“ auf höchstem Niveau anzubieten. Dieses Hospitality-Projekt werde ein Alleinstellungsmerkmal für den Standort sein.

Am RKH Krankenhaus Mühlacker (170 Betten) nimmt das Bethesda Sozialwerk den Angaben zufolge bald eine Kurzzeit- und Übergangspflege in Betrieb. Dafür werde weiter mit Anfang 2023 gerechnet, teilten die EKK mit. Gleichzeitig schreite der Masterplan für Baumaßnahmen im Bereich des Zentral-OPs, der Zentralen Notaufnahme und der Intensivstation voran, genau wie die Planung für den Umbau und die Modernisierung der Endoskopie-Einheit. In Neuenbürg stehe die Neuvergabe zur Objektplanung für den stationären Erweiterungsbau vor dem Abschluss, zudem laufe die Vorbereitung zur Ausschreibung für das geplante Ärztehaus. Insgesamt seien so trotz der schwierigen Ausgangslage Maßnahmen mit Investitionen in Höhe von 5,8 Millionen Euro geplant.

Zum kommunalen Klinikverbund RKH Gesundheit zählen neben den EKK auch die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim und die Kliniken des Landkreises Karlsruhe.

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