
Die Lage an den Imland Kliniken im schleswig-holsteinischen Landkreis Rendsburg-Eckernförde spitzt sich zu. Vor wenigen Tagen teilte die Imland gGmbH mit, dass die Kliniken mit Blick auf das kommende Jahr „ab dem späten Frühling 2023 ggf. vorläufig zahlungsunfähig“ sein werden. Dies hätten die eigene Wirtschaftsplanung und zusätzlich ein Wirtschaftsprüfer festgestellt.
Es sei damit bestätigt worden, dass Imland im Jahr 2023 „nicht genug aus dem laufenden Geschäft erwirtschaften kann“, heißt es weiter. Angesichts dieser wirtschaftlichen Situation ist umso mehr offen, was aus dem folgt, was viele Menschen in der Region zuletzt stark beschäftigte: der Bürgerentscheid über die Zukunft der zwei vom Landkreis getragenen Kliniken.
Bürger wollen alles beim Alten belassen
Dabei, so der Landkreis, haben sich 67,5 Prozent der Abstimmungsteilnehmer, dafür ausgesprochen, an den beiden Klinik-Standorten in Eckernförde und Rendsburg alles beim Alten zu belassen. Demnach sollen Gynäkologie, Geburtshilfe und Geriatrie in Eckernförde sowie die Psychiatrie in Rendsburg aufrechterhalten bleiben. Der Kreis, so das Votum der Mehrheit, solle „alle hierfür erforderlichen Maßnahmen“ treffen. Dazu gehört, dass eine Änderung des Krankenhausplans beantragt werden muss.
Eigentlich jedoch will der Klinikträger seine seit längerem unrentablen Häuser künftig wirtschaftlicher betreiben und hatte dafür mehrere Szenarien diskutiert. Im Februar fiel die Entscheidung für „Szenario 5“: Danach soll der kleinere Standort in Eckernförde zu einer internistisch-altersmedizinischen und psychiatrischen Klinik weiterentwickelt werden, und am Standort in der Kreishauptstadt Rendsburg soll eine Restrukturierung der klinischen Fachabteilungsstrukturen mit einer Bündelung von operativen Leistungen erfolgen.
Alle Szenarien werden hinterfragt
Jetzt ist die Zukunft gleich doppelt offen, denn mit der Feststellung der zukünftigen gegebenenfalls vorläufigen Zahlungsunfähigkeit werde ein gesetzlich vorgeschriebener Prozess gestartet, so die Klinik. Insbesondere müsse die Imland gGmbH ein zukunftsfähiges Sanierungskonzept vorlegen. Vor dem Hintergrund der sich in diesem Jahr drastisch veränderten Rahmenbedingungen, etwa durch die hohen Energiekosten, die Inflation und die anhaltende Corona-Krise, würden jetzt alle bisherigen Szenarien hinterfragt, und gegebenenfalls werde ein neues Konzept erarbeitet.
Dieses Sanierungskonzept solle bis Ende November fertiggestellt sein und dem Kreis als Gesellschafter zugehen, erklärt die Klinik. „Daraus ergeben sich für den Kreis verschiedene Handlungsoptionen“, heißt es weiter. Somit könne heute nicht gesagt werden, „wie die weitere Entwicklung bis zum Ende des Jahres, und darüber hinaus, konkret aussieht“.
Zum heutigen Zeitpunkt ist die imland gGmbH zahlungsfähig und aktuell nicht insolvent.
Derzeit, das wird auch betont, sei die Imland gGmbH allerdings „zahlungsfähig und aktuell nicht insolvent“. Die Gehälter sowie Rechnungen würden bezahlt und die Patientenversorgung werde „in jeder Hinsicht fortgeführt“. Auch die Lieferanten und Dienstleister der Imland gGmbH würden bedient, „da die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen“.






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