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DRK übernimmtNeuer Träger für das insolvente Ketteler Krankenhaus

Nach dem Insolvenzverfahren hat das Ketteler Krankenhaus Offenbach mit dem DRK einen neuen Träger gefunden. Ein positives Signal für den Klinikstandort und die 900 Mitarbeitenden. Wie sich das Haus nun neu aufstellen will.

Hand stapelt Holzwürfel mit Strategiesymbolen darauf
oatawa/stock.adobe.com
Symbolfoto

Für das insolvente Ketteler Krankenhaus in Offenbach ist eine Zukunftslösung gefunden. Der DRK-Kreisverband Offenbach wird neuer Träger der Klinik, die im Herbst 2025 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet hatte. Eine entsprechende Investorenvereinbarung wurde bereits unterzeichnet, wie das Krankenhaus mitteilt. Der Vollzug solle im Laufe dieses Jahres erfolgen und stehe wie in solchen Fällen üblich noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gläubiger, mit der aber zu rechnen sei.

Durch die Übernahme sind die Arbeitsplätze der über 900 Mitarbeitenden gesichert. Der Fortbestand aller medizinischen Abteilungen ist ebenfalls gewährleistet, mit Ausnahme der Geburtshilfe, die wie bereits angekündigt zum 30. Juni 2026 geschlossen wird. Die Patientenversorgung läuft uneingeschränkt weiter.

Strategische Einbindung in regionales Versorgungsnetzwerk

Für den DRK Kreisverband Offenbach ist die Übernahme ein strategischer Schritt. „Eingebettet in unser bestehendes Netzwerk aus Rettungsdienst, Pflegeeinrichtungen und vielen weiteren Angeboten leisten wir mit dieser Übernahme einen starken Beitrag zum Erhalt eines hochwertigen medizinischen Angebots vor Ort“, erklärte Doru Somesan, Geschäftsführer des Kreisverbands. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden wolle man ein nachhaltiges Konzept für die Menschen in Stadt und Kreis verwirklichen.

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Auch die Geschäftsführung bewertet die Lösung positiv. Ziel sei es, den Krankenhausstandort langfristig zu sichern und „das Haus in einen starken regionalen Versorgungsverbund einzubinden“, so Sanierungsgeschäftsführer Dietmar Eine von der Hospital Management Group.

Abschluss des Verfahrens über Insolvenzplan

Die rechtliche Umsetzung der Übernahme erfolgt über einen Insolvenzplan, der noch im Mai erstellt und beim zuständigen Gericht eingereicht werden soll. Anschließend müssen die Gläubiger dem Plan in einem Abstimmungstermin mehrheitlich zustimmen. Bei Zustimmung ist die Gesellschaft saniert und der Kreisverband kann als neuer Gesellschafter den Geschäftsbetrieb nahtlos weiterführen. Das Ketteler Krankenhaus wird auch künftig gemeinnützig tätig sein.

Sachwalter Dr. Lason Gutsche von HGW Rechtsanwälte betonte, dass mit dieser Lösung das bestmögliche Ergebnis für die Gläubiger erzielt werde.

Erhalt der Fachzentren

Während die Geburtsmedizin schließt, bleibt die Gynäkologie als Abteilung erhalten. Sie konzentriert sich zukünftig auf die Schwerpunkte Urogynäkologie, onkologische Gynäkologie und das etablierte Brustzentrum.

Das Krankenhaus mit seinen 310 Betten ist als Akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt auch in Forschung und Lehre aktiv. Überregional bekannt sind das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Offenbacher DarmCentrum (ODC) sowie das Brustkrebszentrum.

Angelika Heckenthaler, Geschäftsführerin des Krankenhauses, äußerte sich zuversichtlich über die Zukunft: „Ich freue mich sehr auf die künftige Zusammenarbeit mit unserem neuen Träger. Nach den Erstgesprächen zu urteilen, dürfte diese sehr fruchtbar und konstruktiv werden.“

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