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Krankenhausinvestitionsprogramm 2022Kliniken in Rheinland-Pfalz erhalten 136 Millionen Euro

71 Millionen Euro für bauliche Investitionen, 65 Millionen Euro als Pauschalförderung. Rheinland-Pfalz finanziert den Ausbau und die Modernisierung der stationären Versorgung im Land mit insgesamt 136 Millionen Euro, wie Gesundheitsminister Clemens Hoch verkündete.

Finanzen
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27 Krankenhausstandorten und Tageskliniken kommt das rheinland-pfälzische Krankenhausinvestitionsprogramm 2022 zu Gute, welches zusätzlich noch weitere 30 Einzelmaßnahmen finanziert.

Folgende Förderschwerpunkte sieht es vor:

  • die Pflegebereiche mit Intensivstationen
  • die Psychiatrie
  • die Modernisierung und Erweiterung von OP-Abteilungen
  • die Funktionsbereiche und die Förderung der Ausbildungsstätten

Ebenso werden die Mittel für die Umstrukturierung und Erweiterung eines Krankenhauses, die Modernisierung einer Küche und die Zusammenführungen von Betriebsstätten von Krankenhäusern bereitgestellt. 29 Maßnahmen erhalten 2022 erstmalig Fördermittel. Bereits im letzten Jahr wurde bei einer die Bewilligung ausgesprochen.

Auf die Pauschförderung entfallen in diesem Jahr 65 Millionen Euro, was einer Steigerung um drei Millionen Euro zu 2021 entspricht. Schon 2021 wurde diese um 7,8 Millionen Euro zum Vorjahr erhöht. Die Krankenhäuser finanzieren mit ihnen die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter wie medizinischer Geräte und Betten oder setzen kleinere Baumaßnahmen um. „Die Krankenhäuser können in eigener Verantwortung entscheiden, wofür sie diese Mittel einsetzen. Durch die nochmalige deutliche Aufstockung trägt das Land der Kostenentwicklung und dem gestiegenen Investitionsbedarf in diesem Bereich Rechnung“, so der Minister.

15 Millionen Euro für Modernisierung der Pflege

Das Gros der Fördermittel  wird im Rahmen des Krankenhausinvestitionsprogramms 2022 für die Erweiterung und Modernisierung der Pflegebereiche einschließlich Intensivstationen bereitgestellt. „Unser Ziel dabei ist, zusätzliche notwendige Kapazitäten zu bauen, die Bettenzahl pro Zimmer auch im Hinblick auf die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie zu reduzieren und die Arbeitsbedingungen für die Pflege zu verbessern.“, betonte Hoch.

Bettenzimmer sollen mit geringer Bettenzahl, Isoliermöglichkeiten und einer zeitgemäßen Ausstattung mit Nasszellen ausgestattet werden. Mittel sind für die Intensivstationen am Klinikum Landau-Südliche Weinstraße, Standort Bad Bergzabern, dem Klinikum Worms und am Klinikum Landau - Südliche Weinstraße, Standort Landau vorgesehen. Am Heilig-Geist-Hospital Bingen soll die Weaning-Einheit erweitert und modernisiert werden. In Trier am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist eine Intermediate Care-Station (IMC) geplant. Pflegebereiche sind am St. Vincenz Krankenhaus in Diez und am St. Vincentius-Krankenhaus, Speyer vorgesehen. Für Intensivstationen und Pflegebereiche stehen in diesem Jahr 15,25 Millionen Euro bereit.

Ausbau des psychatrischen Angebots

Für den Ausbau und die Erweiterung des stationären und teilstationären psychiatrischen Angebotes werden 2022 12,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Investitionen fließen in in den Erweiterungsbau an der Stadtklinik Frankenthal, in dem u.a. die beiden Psychiatriestandorte in Frankenthal zusammengeführt werden sollen, die Erweiterung und der Bestandsumbau „Haus Alsenztal“ mit dem Schwerpunkt Gerontopsychiatrie an der Rheinhessen-Fachklinik in Alzey, die Erweiterung der Psychiatrischen Tagesklinik in Dernbach, die Erweiterung der psychiatrischen Klinik in Rockenhausen, die Zusammenführung der Psychiatriestandorte des Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen am Standort: Klinikum Mutterhaus Mitte, die Errichtung einer psychiatrischen Tagesklinik in Limburgerhof und die Erweiterung der Tagesklinik am St. Antonius-Krankenhaus in Wissen. 

Förderung der OP-Abteilungen

Ein dritter Schwerpunkt der Landesförderung 2022 ist die Förderung weiterer Funktionsbereiche, wie Radiologien, Endoskopien und Geburtshilfen. Hierfür sind im Jahr 2022 9,8 Millionen Euro eingeplant. Davon profitieren sollen die Radiologien am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern und am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen. Ebenso ist ein Umbau der Endoskopie und Radiologie am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein in Boppard in Planung. Neue Endoskopien entstehen am Klinikum Worms und dem Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim. Die Geburtshilfe soll am Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich, Standort Wittlich erweitert und umstrukturiert werden.

9,5 Millionen Euro stehen für die Erweiterung und Modernisierung von OP-Abteilungen zur Verfügung. Fünf Millionen Euro sind für die OP-Abteilung am St. Joseph-Krankenhaus Prüm vorgesehen, 2,5 Millionen Euro für die OP-Abteilung in Dierdorf und zwei Millionen Euro für den Neubau OP-Abteilung und Intensivstation in Kandel im Rahmen der Erweiterung und Modernisierung der dortigen Klinik.

Ausbildungsstätten-Stärkung

Ein neuer Förderschwerpunkt sind die Ausbildungsstätten, die sieben Millionen Euro erhalten sollen. Diese bekommen die Krankenhäuser als Träger der Ausbildungsstätten in den Gesundheitsfachberufen, um unbürokratisch den Bau oder die Anmietung von Ausbildungsstätten finanzieren zu können. Die Förderung soll anhand der ausgewiesenen Ausbildungsplätze in der Pflege oder der Physiotherapie pauschal ausgezahlt werden.

„Details der pauschalen und unbürokratischen Förderung werden derzeit zwischen allen Beteiligten, die auch Schulträger sind, besprochen“, so Hoch. Mit dieser Förderung könne ein wirksamer Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Pflege geleistet werden.

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