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Modernes SchlüsselmanagementKliniken Maria Hilf haben mit elektronischer Schließanlage alles unter Kontrolle

Die Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach haben in den vergangenen 15 Jahren rund 200 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung investiert. 2010 kam es zu der Einführung einer elektronischen Schließanlage. Heute ist das System technisch auf dem neuesten Stand und ein gutes Beispiel für ein modernes „Schlüsselmanagement“.

Kliniken Maria Hilf

Mit dem fortschreitenden Ausbau des Krankenhauskomplexes stieß das rein mechanische Schließsystem an seine Grenzen, weshalb es 2010 durch eine elektronische Schließanlage ersetzt wurde. Das Klinikum hat die Anlage permanent an die ständig wachsenden Anforderungen angepasst. Heute ist das System technisch auf dem neuesten Stand und ein gutes Beispiel für ein modernes „Schlüsselmanagement“.

Die Schließanlage in Maria Hilf lässt sich online über ein Funknetzwerk steuern. Die gesamte Schließanlage kann von einem PC aus verwaltet werden. Die elektronischen Schließgeräte – ob Knaufzylinder, Wandterminals oder Beschläge – sind mit Funkbausteinen ausgestattet und kommunizieren über Access Points mit dem Leitrechner. Jede Berechtigungsänderung kann an die jeweiligen Türen übertragen werden, ohne dass der entsprechende Zylinder aufgesucht werden muss: Türen müssen also nicht mehr „abgelaufen“ werden.

Stattdessen lässt sich mit wenigen Klicks am PC bestimmen, wer wann und wo Zutritt hat. Ebenso ist es möglich, zeitlich begrenzte Zutritte zu gestatten und beispielsweise festzulegen, zu welchen Uhrzeiten das Reinigungspersonal die OP-Säle betreten darf. Verschwundene Schließmedien lassen sich direkt sperren. Im Gegenzug melden die Schließgeräte sämtliche Zutrittsereignisse über Funk an die zentrale Software.

Einsatz unter anderem bei erhöhten Sicherheitsvorschriften

Während Patientenzimmer in der Regel unverschlossen bleiben und mit mechanischen Schlössern ausgestattet sind, kommt das elektronische Schließsystem dort zum Einsatz, wo erhöhte Sicherheitsanforderungen gelten und individuelle Zutrittsregelungen erforderlich sind. Dazu zählen insbesondere Funktionstrakte wie OPs, Endoskopie oder das Herzkatheter-Labor, daneben Ambulanzen und Intensivstationen.

Auch der Zutritt zu Arzt- und Schwesterndienstzimmern, zur Pflegeadministration und den Bürotrakten wird elektronisch geregelt. Eingebunden in die elektronische Schließanlage ist darüber hinaus die Rettungs- und Fluchtwegesteuerung. Das Berechtigungskonzept, das die jeweiligen Zutrittsrechte des Klinikpersonals regelt, ist in der Software als virtueller Schließplan mit intuitiver Benutzeroberfläche abgebildet. Mit einem Kick auf die Matrix können abgestufte Zutrittsrechte für Chefärzte, Oberärzte oder Ärzte im Praktikum vergeben werden.

2-Faktor-Authentifizierung für Serverräume

Für einige Funktionsbereiche werden Wandleser, elektronische Türbeschläge und Schlagtaster eingesetzt, die im Zusammenspiel bedarfs- und nutzergerechte Zutrittsoptionen ermöglichen. Vor dem OP und Herzkatheter-Labor etwa können sich Mitarbeiter an einem Wandleser identifizieren, die Türen öffnen automatisch und Patientenbetten können problemlos passieren.

Mittels Authentifizierung an den elektronischen Türbeschlägen ist der Zugang jederzeit möglich, über die Schlagtaster nur innerhalb festgelegter Zeitfenster. In hochsensiblen Sicherheitsbereichen wie beispielsweise den IT-Serverräumen kommt eine 2-Faktor-Authentifizerung zum Einsatz. Im ersten Schritt müssen sich Mitarbeiter an einem Wandterminal identifizieren. Zugang erhalten sie aber erst über die Berechtigung am Fingerprinter.

Jedes Zutrittsereignis wird festgehalten

Seit dem Frühjahr 2018 sind rund 2 300 Türen mit elektronischen Zylindern und Beschlägen ausgestattet. Hinzu kommen über 100 Wandleser und 300 Access Points.

Zirka 3 000 Schließmedien, hauptsächlich Transponder, wurden an festangestellte Krankenhaus-Mitarbeiter, aber auch an Handwerker, Wartungs- und Servicedienste sowie Studenten und vorübergehend Beschäftigte ausgegeben. Tausende von Informationen fließen so täglich in die Datenbank der Schließanlage: Jedes einzelne Zutrittsereignis, jede Batteriezustandsmeldung wird aufgezeichnet. Damit die Rechenleistung mit den weiter steigenden Datenmengen Schritt halten kann, wurde im November 2017 eine leistungsfähigere PC-Software getestet und aufgespielt.

Herzstück der Software ist eine neue Serverarchitektur, welche die komplexen Datensätze wesentlich schneller verarbeiten kann. Auch die IT- Sicherheit wurde verbessert, zum einen durch ein integriertes Backup, zum andern durch die sichere Verschlüsselung der Netzwerkkommunikation zwischen Server und Clients.

Spezielle Tools ermöglichen bessere Reparatur

Beim Transport von Patientenbetten oder Rollstühlen kommt es immer wieder vor, dass die Knäufe von Türzylindern abbrechen – ein Problem mit weitreichenden Folgen. Denn ohne Knauf lässt sich eine geschlossene Tür nicht mehr elektronisch, sondern im Extremfall nur noch gewaltsam öffnen. Ein spezielles Tool versetzt die Haustechnik der Klinik jetzt in die Lage, Systemkomponenten in Eigenregie direkt an der Tür zu reparieren und auszutauschen. Noch funktioniert die elektronische Schließanlage in Maria Hilf im Stand-Alone-Modus.

Über eine Schnittstelle zum Personalmanagement-System könnten künftig bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern die entsprechenden Zutrittsberechtigungen direkt in der Personalabteilung vergeben werden. So soll das Schließsystem dynamisch mit seinen Aufgaben wachsen.

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