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ImpfpflichtKündigungen in Kliniken nehmen bisher nicht zu

Ab März soll die einrichtungsbezogene Impfpflicht kommen. Dies hat der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zufolge bisher jedoch noch nicht zu gestiegenen Kündigungszahlen in Krankenhäusern geführt.

Kündigung
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Symbolfoto

Um die kritische Infrastruktur zu erhalten und die Covid-Infiziertenzahlen zu senken, ist im Dezember 2021 die begrenzte Impfpflicht für Gesundheitspersonal beschlossen worden. Sie sieht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Corona-Infektion geschützt werden. Diese Regelung ist gesellschaftlich umstritten.

Angesichts des Personalmangels vor allem in der Pflege fürchten sich nun viele vor einem beschleunigten Pflexit. Hier gibt die DKG vorerst Entwarnung. „Aktuell haben uns noch keine Meldungen aus den Krankenhäusern zu möglichen Kündigungen aufgrund der ab 15. März geltenden Impfpflicht erreicht", sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der Rheinischen Post.

Bundesweit sei die Impfquote in den Krankenhäusern mit mehr als 90 Prozent sehr hoch. „Aber es gibt regionale Unterschiede, und wir können nicht ausschließen, dass es an einzelnen Standorten auch zu Problemen kommen kann." Die Krankenhausträger engaigieren sich deshalb dafür weiter Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten, um möglichst viele Beschäftigte für eine Impfung zu gewinnen, sagte Gaß.

Pflegerat erwartet vermehrte Kündigungen

Der Deutsche Pflegerat geht allerdings davon aus, dass die Impfpflicht noch zu Kündigungen führen werde. Hiervon wären weniger Pflegefachkräfte, als unterstützende Tätigkeiten wie Betreuungsassistenten oder Küchen- und Reinigungskräfte betroffen, sagte Pflegerats-Präsidentin Christine Volger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In diesen Berufsgruppen herrsche „eine etwas geringe Impfquote". Einige dieser Beschäftigten überlegten, „den Job zu wechseln, wenn die Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz greift".

Kontrovers debattiert wird unterdessen weiter über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, Tino Sorge, beklagte sich in der Rheinischen Post darüber, dass ein vor Weihnachten beim Bundeskanzleramt eingereichter Fragenkatalog noch immer nicht beantwortet sei. „Dass die Regierung diese Informationen zurückhält, ist schlechter Stil", sagte der CDU-Politiker.

In dem Fragenkatalog wird unter anderem nach den Möglichkeiten der Kontrolle und des Vollzuges einer Impfpflicht, der Einrichtung eines Impfregisters und den Gefahren für die kritischen Infrastrukturen in den Bereichen der Gesundheits-, Nahrungsmittel-, Strom- und Wasserversorgung gefragt. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mahnte in der Zeitung mehr Führung von Bundeskanzler Scholz an.

Omikron hält Berliner Kliniken in Atem

„Wir stellen an der Charité eine zunehmende Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fest, die sich in Isolation oder Quarantäne begeben müssen”, sagte ein Charité- Sprecher auf dpa-Anfrage. Die Aufrechterhaltung des Klinikbetriebs sei aber weiter gewährleistet.  Allerdings müsse auf die Situation immer wieder flexibel reagiert werden. Daher könne es „partiell zu Anpassungen in der Behandlung von Patientinnen und Patienten kommen”. An der Charité werden wegen der hohen Belastungen durch Corona ohnehin schon seit einiger Zeit bestimmte planbare, nicht überlebenswichtige Operationen, Behandlungen und Therapien verschoben.

Eine Sprecherin des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes teilte mit, dass die Personalausfallquote dort in den letzten Wochen schwankte und derzeit tendenziell wieder leicht steige. Sie liege jedoch noch nicht über dem in früheren Corona-Wellen erreichten Niveau. „Die Befreiung von der Quarantänepflicht für Kontaktpersonen, die geboostert oder kürzlich doppelt geimpft wurden, wird sich voraussichtlich entlastend auswirken”, sagte die Sprecherin mit Blick auf neue bundesweite Regeln dazu.

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