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Klinikum ReinkenheideEinstellungsstopp in Bremerhaven

Die Verantwortlichen des Klinikums Bremerhaven-Reinkenheide haben wegen des erwarteten Defizits von 5,5 Millionen Euro einen Einstellungsstopp verhängt. Spekulationen über eine drohende Insolvenz oder Schließung wird widersprochen.

Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide
Arnd Hartmann/Magistratspressestelle
Das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide ist ein Maximalversorger mit rund 2500 Mitarbeitenden und 833 Betten.

Im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide gilt seit kurzem ein Einstellungsstopp. Wie der städtische Maximalversorger auf Anfrage von kma bestätigt, erstreckt sich die Maßnahme auf alle Unternehmensbereiche. Zeitlich gelte sie zunächst unbefristet, heißt es aus Bremerhaven.

Hintergrund ist die finanzielle Lage des Hauses. Für das laufende Geschäftsjahr gehen die Verantwortlichen den Angaben zufolge derzeit von einem Defizit in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro aus. Da die wirtschaftliche Situation auch die Liquidität beeinflussen könne, werde sie im engen Austausch mit dem Gesellschafter „genau beobachtet“. Nach heutigem Stand ergebe sich jedoch nicht die Notwendigkeit, ein Insolvenzverfahren anzumelden, wird betont.

Schlüsselpositionen können besetzt werden

Der Einstellungsstopp gehöre zu einer Reihe von Gegenmaßnahmen, die das Klinikum zur Konsolidierung der wirtschaftlichen Situation ergriffen habe, heißt es weiter. Im Falle von wichtigen Schlüsselpositionen, insbesondere bei patientennahen Tätigkeiten, seien Einstellungen weiterhin möglich: „Wir werden die Situation und auch die Notwendigkeit der einzelnen Maßnahmen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen“, erklärt ein Sprecher. Auf das medizinische und pflegerische Leistungsangebot hätten die getroffenen Maßnahmen „aktuell keine grundsätzlichen Auswirkungen“.

Die bisherigen Entwicklungen deuten in eine positive Richtung.

Auch die neue Aufsichtsratsvorsitzende Andrea Toense hatte sich direkt nach ihrer Wahl Anfang Mai klar positioniert: „Spekulationen über eine Schließung oder einen Verkauf des Klinikums weise ich ausdrücklich zurück“, erklärte die Stadträtin und Dezernentin für Gesundheit, Klima und Umwelt. Das Klinikum sei ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung und erfülle eine zentrale Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. „Mein Ziel ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten, das Haus medizinisch leistungsfähig, wirtschaftlich tragfähig und zukunftssicher aufzustellen“, betonte Toense.

Die wirtschaftliche Konsolidierung eines Krankenhauses dieser Größenordnung sei ein komplexer Prozess, der sorgfältig abgewogen werden müsse, um die medizinische Versorgung und die Arbeitsfähigkeit des Hauses dauerhaft sicherzustellen, so die oberste Kontrolleurin weiter. Gleichzeitig habe das Klinikum in den vergangenen Monaten bereits wichtige strukturelle Maßnahmen eingeleitet, um die wirtschaftliche Situation nachhaltig zu verbessern. Dazu zählten organisatorische Anpassungen, Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie die Überprüfung bestehender Strukturen und Prozesse, so Toense: „Die bisherigen Entwicklungen und Kennzahlen deuten hierbei in eine positive Richtung.“

Das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide ist ein Maximalversorger in kommunaler Trägerschaft der Stadt Bremerhaven. Es beschäftigt rund 2500 Mitarbeitende und hat 833 Betten. Jährlich werden nach Angaben des Hauses rund 27.000 stationäre und rund 3700 tagesklinische Patienten sowie rund 40.000 ambulante Patienten und rund 46.000 Notfälle behandelt.

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